Das Geburtsrecht der Frau

Ich möchte euch heute nochmal etwas über unser Frauenerbe, nämlich über das der Heilkundigen schreiben.
Barbara Ehrenreich und Deirdre English beschrieben das so:
„Frauen sind seit jeher heilkundig gewesen. Sie waren die unbestallten Ärzte und Anatomen der abendländischen Vergangenheit. Sie waren Abtreiberinnen, Pflegerinnen und Ratgeberinnen. Sie waren Pharmazeutinnen, entwickelten die Kräuterheilkunde und weihten einander in die Geheimnisse ihrer Wirkungsweise ein. Sie waren Hebammen, zogen von Haus zu Haus und von Ort zu Ort. Jahrhundertelang waren diese Frauen Ärzte ohne Titel, denen Zugang zu Vorlesungen und Büchern versperrt war. Sie lernten voneinander und gaben ihr praktisches Wissen von Nachbarin zu Nachbarin und von Mutter zu Tochter weiter.“ Weise Frauen“ hießen sie im Volksmund, Hexen oder Kurpfuscherinnen für die Obrigkeit.
Die Heilkunde ist Teil unseres Frauenerbes, unserer Geschichte, unseres Geburtsrechts.
Heute jedoch liegt die Gesundheitsfürsorge ganz in Händen männlicher, professioneller Ärzte.
Frauen sind einem Unternehmen einverleibt worden, dessen Bosse Männer sind. Wir sind keine unabhängigen Heilerinnen mehr, die unter ihrem eigenen Namen arbeiten und für die eigene Arbeit anerkannt werden. Wir sind meistenteils festes Inventar der medizinischen Institutionen und füllen die gesichtslosen Arbeitsplätze: Büroangestellte, Diätassistentin, Technische Assistentin, Putzfrau. Am eigentlichen Heilungsprozess dürfen wir nur als Krankenschwestern teilnehmen. Und Schwestern jeden Dienstgrades vom Hilfspersonal aufwärts, stehen in einem Diesnstbotenverhältnis zu den Ärzten. Krankenschwestern werden dazu erzogen, niemals zu hinterfragen, nie zu widersprechen. „Der Arzt hat immer recht.“
Die politische und wirtschaftliche Monopolisierung der Medizin bedeutet Kontrolle über ihre Institutionen, ihre Theorie und Praxis, ihren Profit und ihr Prestige. Und heute geht es sogar um noch viel mehr, da die totale Herrschaft auf dem Gebiet der Medizin potentiell die Macht bedeutet, darüber zu bestimmen, wer leben und wer sterben darf, wer fruchtbar und wer unfruchtbar, wer „verrückt“ und wer „normal“ ist….“

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Natürlich gibt es Ärztinnen, die aber alle ein Studium absolvieren, das von Männern so vorgeschrieben wurde. Keine der Medizinstudentinnen hinterfragt das, sondern es wird alles so angenommen wie es in den Büchern steht. Der Mensch wird insgesamt in einen Topf geworfen und Symptome bei jedem gleich behandelt. Heilerinnen, wussten um den Unterschied und die Individualität des Menschen.

Ich möchte euch anhand der Medizin, nochmal deutlich machen, dass das was für die Medizin gilt, für alle Bereiche, in denen uns Frauen unsere Aufgaben genommenen wurden und wir sie haben uns nehmen lassen, gilt.
Heute ist das alles „normal“ und keine hinterfragt das, weil keine auf die Idee kommt, das ganze Elend könnte etwas mit uns Frauen zu tun haben.
Die wenigsten Frauen sind auch bereit sich darüber zu belesen, was denn einmal war. So wissen die meisten zwar ein bisschen was über die Hexenverfolgung, aber kaum eine beschäftigt sich mit dem, was davor war und wie alles kam.
Es ist wichtig sich die Geschichte der Frauen anzusehen und sie zu recherchieren, um zu begreifen, warum die Welt so verrückt spielt.

Ich bitte euch ihr Frauen, lest über die Geschichte der Frauen, Reist zurück zu euren Ahninnen.
Beschäftigt euch mit der weiblichen Vergangenheit, damit ihr in der Gegenwart als wirkliche Frau leben könnt!

*Jutta Velten

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