Bedingungslose Liebe

Oft begegne ich Menschen die zwar von bedingungsloser Liebe sprechen, aber in Wahrheit nicht verstehen was es ist.
Wenn ich in eine enge Beziehung zu einem Menschen trete, dann ist einer meiner ersten Fragen, ob dieser Mensch weiß was bedingungslos zu lieben bedeutet und ob dieser Mensch glaubt bedingungslos lieben zu können?
Die Antwort ist immer ein „ja“. Aber in der Realität, wusste bis jetzt kein einziger, was es wirklich bedeutet und das aller Verwunderlichste dabei war und ist, dass sie es nicht verstehen, dass ich bedingungslos liebe.
Ich sage ihm zum Beispiel, dass ich nichts dagegen habe, wenn er mit einer anderen Frau schläft, aber dass ich nicht angelogen werden möchte und dass er es auch wirklich ehrlich meint, wenn er sagt, dass er mich liebt. Ich sage ihm, dass ich alles was er mit seinem Leben tut, in seiner Verantwortung steht und ich ihn so annehme wie er ist, außer es beeinflusst mein eigenes Leben zum Negativen. Sobald jemand etwas von mir verlangt, das ich tun soll und das gegen meine Moral und mein Gewissen verstößt, ist das der Augenblick an dem ich Grenzen setze und wenn diese dann nicht beachtet werden, ich die Konsequenzen ziehe, um mich selbst zu schützen.
Solange jemand in seinen Grenzen bleibt und meine nicht überlatscht, ist alles gut. Wenn es mich verletzt was der andere tut, dann sind es meine Probleme nicht seine und dann ist es keine bedingungslose Liebe meinerseits.
Bedingungslos zu lieben bedeutet, den anderen nicht ändern zu wollen und nicht zu erwarten dass er sich ändert.
Es bedeutet, dass der andere alles tun kann, solange er nicht die Grenzen anderer überschreitet.
Nun könnte die/der eine oder andere einwerfen, dass die individuellen Grenzen unterschiedlich aussehen, das mag sein, aber wenn ich nicht damit einverstanden bin, was der andere innerhalb seiner eigenen Grenzen tut, also zum Beispiel Sex mit einem anderen Menschen hat, dann überschreitet er nicht meine Grenze, sondern er greift mein Ego an und das ist ein riesen Unterschied.
Ich habe nicht das Recht einem erwachsenen Menschen vorzuschreiben, wie er sein Leben zu leben hat.
Wenn ich Veganerin bin und mein Partner Fleisch liebt, dann muss er eben sein Fleisch essen.
Aber wenn mein Partner raucht und er meine Gesundheit damit gefährdet, dann geht er über meine Grenzen und das kann ich dann nicht dulden.
Bedingungslose Liebe ist, wenn ich den Menschen innerhalb seiner Grenzen, so annehme wie er ist.
Es bedeutet nicht, dass ich meine Gesundheit für den anderen aufs Spiel setze, dass ich gegen mein Gewissen und meine Moralvorstellungen handle.
Ja, natürlich geht es gegen mein Gewissen und gegen meine moralische Einstellung, wenn Tiere in Massen getötet werden, nur um die Gier der Menschen zu befriedigen und da ich weiß, dass die Massentierhaltung auch noch umweltschädlich ist, könnte man sagen es geht auch gegen mein Gewissen und über meine Grenzen.
Nein, er/sie muss es mit seinem/ihrem Gewissen ab machen, wenn er/sie etwas tut, was der Umwelt und ihm/ihr schadet.
Wir tun alle etwas, das der Umwelt schadet, es lässt sich in unserer Welt nicht vermeiden. Was wir tun können ist, alles drastisch einzuschränken (aber auch das geht manchmal nicht).
Jede/r muss das mit seinem Gewissen ab machen, was sie/er tut und was nicht.
Wir können anderen nicht vorschreiben, was sie zu tun haben.
Menschen können sich gegenseitig aufklären, sie können vorleben, aber sie können niemanden ändern, außer sich selbst.
Deshalb liebt man bedingungslos, indem man dem anderen seine Verantwortung lässt, sie ihm nicht abnimmt, ihn nicht erzieht.
Wir meinen ständig den anderen erziehen zu müssen, der andere soll gefälligst das tun was ich tue, er soll genauso bewusst sein wie ich usw.
Und es ist natürlich wirklich nicht leicht bedingungslos zu lieben, weil oft grenzüberschreitende Dinge geschehen, welche die ganze Menschheit betreffen, wie zum Beispiel die Umweltverschmutzung.
Aber wie oben bereist erwähnt, muss das jeder mit seinem Gewissen vereinbaren, wieviel Umweltbelastung die Erde durch einen selbst erfährt.
In unserer Gesellschaft können die meisten nicht bedingungslos lieben. Die meisten haben eine gegenseitige Beziehungssucht.
Wir setzen Bedingungen und erwarten, dass der andere diese auch erfüllt. Das geht schon in der Kindheit los und begleitet uns unser ganzes Leben.
Die Beziehungssucht ist bei jenen am stärksten ausgeprägt, die in ihrer Kindheit süchtige Eltern hatten und da in unserer Gesellschaft 99% der Menschen suchtkrank sind, kann man auch erkennen, warum es keine Liebe ohne Bedingungen gibt und warum die Masse beziehungssüchtig ist. Da es fast jeder ist, fällt es keinem auf, weil das ja „normal“ zu sein scheint.
Normal ist alles was die Natur uns vorlebt und was die Naturgesetze beinhaltet.
Wenn Männer „fremdgehen“ ist das von der Natur so eingerichtet, auch wenn es unser Ego nicht wahrhaben möchte.
Ich habe genau das schon anderer Stelle beschrieben, aber ich möchte es hier nochmal kurz erläutern, weil es immer wieder so viel Widerstand von Seiten der Frauen gibt.
In der Natur gibt es das Gesetz der Fortpflanzung. Jedes Lebewesen ist bestrebt sich so häufig wie möglich fortzupflanzen.
Die männlichen Lebewesen geben ihren Samen damit diese Fortpflanzung bestehen bleibt.
Ein männlicher Mensch, hat in seinen Ur-Genen, den Wunsch seine Samen so weit wie möglich zu verbreiten, um seine Art zu erhalten. Das ist ein Trieb/ein Instinkt, der nun mal da ist und den er leben muss.
Da eine Frau nur begrenzt Kinder gebären kann, muss der gesunde Mann sich eben von Zeit zu Zeit nach anderen und vielleicht auch jüngeren weiblichen Wesen umschauen, um seinen Samen zu verbreiten, was übrigens nichts mit Liebe zu tun hat.
Wenn ein Mann eine Frau wirklich liebt, dann kann er trotzdem mit anderen Frauen Sex haben, denn Männer können Liebe und Sex voneinander trennen.
Durch die falschen Moralvorstellungen von Seiten unserer christliche Erziehung, meinen wir nun es wäre unmoralisch, wenn ein Mann mehr Frauen, wie „seine“ Frau beglückt.
Aber das hat nichts mit Moral zu tun, wobei man auch erwähnen muss, dass Männer meist so und so irgendwann „fremdgehen“, weil der Trieb an irgendeinem Punkt in seinem Leben nicht mehr unterdrückt werden kann. Die meisten Männer, die es geschafft haben ihren Instinkt zu unterdrücken, gehen das erste Mal in der Zeit der Midlife crisis „fremd“. Wenn die eigenen Kinder erwachsen sind, dann drängt es sie ebenfalls nach außen. Ihre Ehefrauen sind dann meist in den Wechseljahren und können keine Nachkommen mehr gebären und außerdem sollten die Frauen in dieser Zeit sich ihrer inneren Entwicklung stellen. Das ist ebenfalls ein natürlicher Vorgang. In der Zeit in der Frauen gebären, wenden sie sich nach außen, wenn die Gabärzeit um ist, wenden sie sich nach innen und werden zu weisen Frauen. (leider tun das heute nur wenige Frauen)
Der Mann hat aber in diesem Alter nur das Bestreben sich nach außen zu wenden, seinen Samen abzugeben. Erst später, wenn er viel älter ist, kommt für ihn auch die Zeit der Innenschau, aber niemals so intensiv wie die der Frau.
Die Natur hat alles intelligent eingerichtet, nur wir Menschen mit unserem übergroßen Ego meinen alles besser zu wissen und alles gegen die Natur verändern zu müssen.
Das geht schief, was wir täglich in Beziehungen und in der gesamten Umwelt beobachten können.
Wir haben die Wahl: entweder wir entscheiden uns mit der Natur zu leben und so auch nach ihrem Gesetzen und nach ihrer Moral, dann lieben wir auch bedingungslos, oder wir leben nach den Gesetzen und den Moralvorstellungen der Menschen, dann können wir sicher sein, dass wir geistig- und/oder körperlich erkranken.
So viele Psychosen, wie es zur Zeit unter den „zivilisierten“ Menschen gibt, gab es noch niemals vorher und sogar unsere Kinder sind schon davon betroffen.
Darüber sollten wir einmal dringend nachdenken!
Die Seele liebt bedingungslos, das Ego setzt Bedingungen!
*Jutta Velten
*Nachfolgend das Gedicht von Khalil Gibran, das die bedingungslose Liebe wunderbar beschreibt…
Von der Ehe
Ihr bleibt vereint, wenn die weißen Flügel des Todes eure Tage scheiden.
Wahrlich, ihr bleibt vereint selbst im Schweigen von (Gottes*) Gedenken. (*Natur)
Doch lasset Raum zwischen eurem Beieinandersein,
Und lasset Wind und Himmel tanzen zwischen euch.
Liebet einander, doch macht die Liebe nicht zur Fessel:
Schaffet eher daraus ein webendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen.
Füllet einander den Kelch, doch trinket nicht aus einem Kelche.
Gebt einander von eurem Brote, doch esset nicht vom gleichen Laibe.
Singet und tanzet zusammen und seid fröhlich, doch lasset jeden von euch allein sein.
Gleich wie die Saiten einer Laute allein sind, erbeben sie auch von derselben Musik.
Gebet einander eure Herzen, doch nicht in des andern Verwahr.
Denn nur die Hand des Lebens vermag eure Herzen zu fassen.
Und stehet beieinander, doch nicht zu nahe beieinander:
Denn die Säulen des Tempels stehen einzeln,
und Eichbaum und Zypresse wachsen nicht im
gegenseitigen Schatten.
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