Gedanken zum 1. November

Ach, ich genieße diesen freien Tag. Draußen ist alles in Nebel gehüllt und ich kuschle mich in mein warmes Bett und schreibe meine Gedanken zu dem heutigen Tag auf 🙂

Heute liebe ich diese Jahreszeit. Früher hat mich das depressiv gemacht. Heute brauche ich den Wechsel der Jahreszeiten. Deshalb bin ich mittlerweile auch von dem Wunsch abgekommen, auf einen warmen Kontinent auszuwandern. Wenn ich jetzt auswandere, dann nach Irland, Schottland, Island, Norwegen, Schweden oder Kanada.
Warum liebe ich heute den Wechsel der Jahreszeiten und werde im November/im Herbst und Winter nicht mehr depressiv?
Ich habe mich viele Jahre mit meinem Inneren beschäftigt, bin der „Baba Yaga“ in mir begegnet, habe „Knochen“ gesammelt und sie zusammengesetzt, also mich selbst umgedreht, angesehen und geheilt. Ich habe dem Tod die Hand gereicht, deshalb habe ich auch keine Angst davor. So ähnlich wie ich es in meinem Gedicht gestern schrieb: Nur wenn du den Tod umarmst und in in dein Leben integrierst, erst dann bist du auch fähig zu leben.

Die meisten fürchten den Tod, weil er in unserer Gesellschaft mit Leiden einhergeht. Deshalb achte ich so auf mein Leben, damit ich nicht leiden muss, wenn der Tag für mich kommt, an dem ich meinen Körper verlasse.

Wir müssen nicht leiden, wir müssen nicht qualvoll sterben!
Es liegt allein bei uns. Nur wir selbst sind in der Lage, unser Leben so zu gestalten, dass es ohne Leid in den Tod übergeht.
Vor einigen Tagen hatte ich mich mit einer Frau unterhalten und sie sagte mir, dass sie nur akzeptieren kann, wenn alte Menschen sterben, aber nicht wenn Kinder oder gar Neugeborene gehen.
Zum einen wer entscheidet wann man alt genug ist zum sterben, wer definiert das und zum anderen sehe ich eben den Tod nicht als etwas Schreckliches, sondern als Teil des Lebens. So wie die Natur im Herbst stirbt und im Frühling wiederkehrt, so stirbt auch der Mensch und kehrt wieder. Dann vielleicht in einer anderen Form, aber er ist nicht tot. Wenn Kinder sterben, ist es das, was in ihrem Lebensbuch steht, es ist in jeder Seele festgeschrieben, wann ein Mensch stirbt. Manche kommen nur in diese Welt, um anderen Menschen eine Lektion zu erteilen, ihnen die Augen zu öffnen. Aber leider können die meisten vor lauter Schmerz den der Verlust in ihnen auslöst, die Lehre dahinter nicht verstehen, im Gegenteil sie verschließen dann noch mehr die Augen. Es hat immer einen Grund, wenn jemand stirbt. Ja sogar, wenn jemand gewaltsam aus dem Leben gerissen wird. Die Wenigsten können das verstehen, oder gar akzeptieren und ich höre schon die Frage:“ Dann ist also Krieg, Vergewaltigung und Mord für dich ok?“ Wer bin ich denn, dass ich darüber urteile was ok ist und was nicht? Die Botschaft von allen ermordeten Menschen, sei es durch Krieg oder zu Hause ist nur eine, nämlich : Ihr habt das alles selbst zu verantworten, wie die Welt aussieht. Es ist hausgemacht. Das Irre ist ja, dass wir alles tun damit wir leiden und dann beschweren wir uns, wenn es so ist! Wir sind selbst dafür verantwortlich, dass es Gewalt in unserer Gesellschaft gibt. Es gibt durchaus Völker die kennen keine Gewalt wie zum Beispiel die Hunza. Das ist der normale Zustand. Wir in unserer Gesellschaft sind gierig und deshalb tun wir alles, was diese Gier befriedigt, sogar wenn dabei unsere Liebsten sterben müssen, damit wir aufwachen. Ja, auch die Vergewaltigung mit dem anschließenden Mord ist ein Zeichen von Gier. Gier nach Sex, nach (falscher) Liebe und die Massenmedien forcieren genau das. Wir unterstützen es, indem wir es konsumieren. Krieg ist die Gier von uns allen, auch wenn wir Stein und Bein schwören, dass wir keinen Krieg möchten, konsumieren wir doch das, worum es geht in den Kriegen. Seid mal ehrlich zu euch selbst. Wir sind wunderbare Heuchler und schieben immer anderen das in die Schuhe, woran wir selbst beteiligt sind.
Wir müssen die Suppe, die wir uns selbst eingebrockt haben, schon auch auslöffeln. Wenn Mütter in der Schwangerschaft rauchen, sich schlecht ernähren usw und dann ihr Kind zu früh geboren wird und es stirbt, dann jammern und heulen wir und wollen, dass die moderne Medizin das wieder hinbiegt. Aber die Gier nach Zigaretten, nach ungesundem Leben, war stärker als die Liebe zum Kind, oder nicht?
Wenn Raucher ersticken und an einem qualvollen Tod sterben, wollen sie, dass die moderen Medizin sie so sediert, dass sie ihren qualvollen Tod nicht bewusst erleben. Ich sage euch, dass ich dafür wäre, dass jeder diese Qualen durchlebt und das meine ich nicht nur bei Rauchern. Wir lernen nichts, wir wollen keine Verantwortung übernehmen, wir wollen dass andere unsere Suppe auslöffeln, nur weil wir unsere Gier nicht in den Griff bekommen haben.

Es sind also wir selbst, die den gewaltsamen Tod forcieren und genau das ist die Botschaft derer, die aus dem Leben gerissen werden oder die müde sind, sich noch weiter an diesem Leben zu beteiligen.

Und,was ist denn alt? Es gibt 30 jährige die schleppen schon den unsichtbaren Sarg hinter sich her und fühlen sich wie 100 und es gibt 90 jährige, die freuen sich ihres Lebens und sind fit.
Ich fühle mich mit 47, wie 20 und ich weiß, dass das auch Senioren so geht. Viele fühlen sich jung, nur wenn sie in den Spiegel schauen, werden sie an ihr Alter erinnert (obwohl jene, die sich jung fühlen auch meist jünger aussehen)
Wir definieren anhand einer Zahl das Alter, aber das ist, wie die Definition von Zeit, eine Illusion.
Ich sehe das älter werden als ein wunderbarer Vorgang (das war nicht immer so), denn je älter ich werde, desto weiser werde ich.
Ich orientiere mich so gut es geht an den indigenen Völkern, deren älteste Mitglieder Weise sind. Bei uns sind alle, ab einem bestimmten Alter so sehr mit ihren Krankheiten beschäftigt, dass sie keine Zeit haben innerlich zu wachsen, ihr Leben zu heilen und weise zu werden. Die meisten hier wollen vergessen und werden dement. Sie wollen vergessen, was sie aus ihrem Leben hätten noch machen können und es nicht getan haben, weil sie sich zu sehr von außen manipulieren ließen.
Es gibt Leute, die mir auf dem Sterbebett anvertrauten (hier sind die meisten dann plötzlich nicht mehr dement), dass sie gerne anders gelebt hätten. Für sie ist der Tod endgültig und ich würde ihnen dann gern sagen, dass sie ja in ihrem nächsten Leben anders leben können. Denn wir kehren solange immer in die gleiche Form zurück, bis wir uns endlich weiterentwickelt haben. Hier geht es natürlich um die innere Entwicklung. Das Traurige dabei ist, dass die Wenigsten in ihrem nächsten Leben wissen, dass sie am gleichen Punkt rausgekommen sind, an dem sie in ihrem vorigen Leben waren.
Wir bekommen so mit jedem Leben eine neue Chance zu wachsen. Wenn wir uns dessen heute nicht bewusst sind, dann werden wir es vielleicht im nächsten Leben.

*Jutta Velten

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