Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel

…Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel: Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein. Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher. Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib. Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein, so wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern. Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut. Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen. Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich, Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen. *Khalil Gibran

Khalil Gibran beschreibt hier sehr schön, wie eine Beziehung funktioniert. Leider haben die meisten damit massive Probleme, weil sie beziehungssüchtig/co-abhängig sind. Aber am allerschlimmsten an der ganzen Sache ist nicht unbedingt die Sucht, sondern dass es jeder für normal hält, weil das schon seit vielen Generationen so gelebt wird. Man glaubt etwas gut zu meinen und nimmt damit aber dem anderen seine Verantwortung für sich selbst ab. Der andere kann im Schatten, um es einmal mit Gibrans Worten auszudrücken, nicht wachsen. Er hat keinen Raum, um sich zu entwickeln. Die Beziehungssüchtigen meinen einem immer sagen zu müssen, was und wie man etwas tun soll. Sie behandeln einen wie ein Kind. Was eigentlich auch nicht verwundert, denn in dieser Gesellschaft sind Erwachsene nicht erwachsen, da sie meist die Verantwortung abgeben/abgenommen bekommen. Wir werden von Anfang an so erzogen Kinder zu bleiben, nicht zu reifen, denn mit verantwortungsbewussten, reifen Menschen hat man es nicht leicht. Die lassen sich nicht so einfach manipulieren. Das ist eben der Grund, warum man alles abgenommen bekommt. Nicht weil der Staat es gut mit uns meint, nein, wenn er die Verantwortung hat, dann hat er auch die Kontrolle. Und deshalb wurden auch die Beziehungen zwischen den Menschen krank. Man nimmt schon den Gebärenden und dann der Mutter die Verantwortung ab, unter dem „Deckmäntelchen“ der Hilfestellung und da die meisten Frauen so unreif sind, sind sie froh für die Hilfe. So überlassen sie dann ihre Kinder den Ärzten, später den Erziehern/innen und Lehrern/innen und so wächst dann wieder eine Generation heran, die völlig hilflos ist und man einen Partner dann als Stütze braucht, der einem das geben soll, was man sich selbst nicht geben kann, weil man es nicht gelernt hat. Viele glauben sie können ohne einen Partner nicht leben. Und so sind sich die Partner sich gegenseitig eine Stütze und das führt zur Sucht.

Der Preis den Menschen die nicht mehr co-abhängig/beziehungssüchtig sind, zahlen mit dem Preis der Einsamkeit. Aber ich sage euch, lieber bin ich einsam, wie die Krankheit zu erkennen und sich anstecken zu lassen. Die wirklichen wahren Epidemien, werden nicht als diese erkannt, weil sie der Norm entsprechen und weil jeder diese Norm lebt und niemals hinterfragt! *Jutta Velten

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