Opferrolle

Gandhi, Martin Luther King, John Lennon usw. sind einem gewaltsamen Tod zum Opfer gefallen, weil sie sich genau dieser Gewalt in ihnen selbst nicht stellen konnten/wollten. Bei Gandhi sind zwei Situationen bekannt, in der er bemerkt hatte, dass er erst einmal bei sich selbst schauen muss. Es ist zum einen die Geschichte, in der er seiner Frau aufträgt, die Latrinen zu reinigen und die andere, bei der er einem Kind sagt, es müsse aufhören Zucker zu essen. Er bemerkte hier, dass er nicht etwas fordern kann, was er bei sich noch nicht umgesetzt hat. Leider hat er nicht erkannt, dass es sich mit der Gewalt genauso verhält, dass auch er in sich die Gewalt trägt, die er im außen so vehement bekämpft hat. Jeder trägt die Gewalt und all das was wir nicht wahrhaben wollen und wir im Außen ablehnen in sich, sich dessen bewusst zu sein, statt sie zu verdrängen, ist der Schlüssel zu Verantwortungsbewusstsein und raus aus der Opferrolle. Gandhi, wie alle anderen auch fühlten sich als Opfer und so werden sie auch zu Opfern.
 
Natürlich bedeutet das nicht, dass wir jetzt ebenso gewalttätig werden, wie jene die Gewalt ausüben! Nein! Aber wir müssen sie uns bewusst machen, wir müssen uns bewusst machen, dass wir für den Frieden laufen und hungern können, so wie Gandhi, aber wenn wir dabei verdrängen, dass auch in uns der Krieg tobt, dann wird das mit dem Frieden nichts.
 
Nochmal und immer wieder: wir leben auf einem polaren Planeten, bei dem immer zwei Gegensätze ein Ganzes bilden. Gewalt-Frieden, sind z.B. solche Gegensätze. Wenn beide nun nicht im Gleichgewicht sind, nimmt eines überhand. Da die meisten ihre eigene Gewalt, ihren Krieg gegen sich selbst verdrängen und sie nicht ins Gleichgewicht zu den guten Eigenschaften in einem bringen, spiegelt das außen genau das, was wir in uns nicht ausgleichen. Wir kämpfen täglich dagegen an, wir drücken unsere Wut nach unten, indem wir sie mit Süchten zudecken. Deshalb sind wir auch eine Suchtgesellschaft. Das was wir verdrängen, halten wir mit der Sucht unten, damit wir es nicht ansehen müssen. Denn wir wissen, dass wir wütend sind, wir könnten manchmal jemanden umbringen, wir haben manchmal oder auch sehr oft so viel Hass und Neid in uns, dass wir Angst vor den Gefühlen haben, die kommen würden, wenn wir sie nicht verdrängen.
 
Der erste Schritt sich vom Opferdasein zu heilen, wäre, jegliche Sucht aufzulösen, sie sein zu lassen und sich dann mit den Gefühlen die da kommen auseinanderzusetzen.
Dann erfährst du wie gewalttätig, wie wütend du bist und welcher zerstörerische Krieg in dir tobt!
Glaube mir, es ist so! Ich habe genau das vor einigen Jahren getan und ich tue es immer wieder, wenn ich bemerke, dass ich wieder etwas zu verdrängen suche.
Die Gefühle, die da hoch kommen, die musst du zulassen, wenn du Angst hast es alleine zu tun, oder Angst hast etwas Schlimmes anzustellen, dann suche dir eine/n Therapeuten/In, wo du in einem geschützten Rahmen, alle Gefühle ausleben kannst.
Manche Menschen, die nicht wissen wohin mit ihren Gefühlen und die sich keine Hilfe suchen, drehen durch, laufen Amok oder töten sich selbst.
 
Deshalb empfehle ich dir Therapeuten zu suchen, die selbst schon diese Erfahrung gemacht haben und die dir einen geschützten Rahmen bieten können.
 
Aber zuallererst musst dir dir über deine Süchte bewusst werden. Es gibt so viele Süchte, die uns überhaupt nicht bewusst sind. Du trinkst vielleicht kein Alkohol, rauchst nicht, nimmst keine Drogen und doch bist du süchtig. Wahrscheinlich bist du beziehungssüchtig und kaufsüchtig oder/und, oder/und…
Meist bist du mehrfach süchtig ohne dass es dir bewusst ist.
Deshalb ist es die schwierigste Aufgabe, herauszufinden wonach du süchtig bist.
Süchtige sind gut im selbstbelügen und so ist es nochmal schwieriger! Schau dich ehrlich an! Frage dich jeden Tag, brauche ich das wirklich, wie fühle ich mich, wenn ich es habe und wie wenn nicht usw.
 
Diese Arbeit ist unter Umständen sehr langwierig, aber um wirklich aus der Opferrolle zu kommen, musst du es tun!
 
*Jutta Velten
opferrolle12

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