Der Sinn des Lebens

Zu einem Interview von Gerald Hüther (Hirnforscher), möchte ich etwas ergänzen.

Zuerst möchte ich mitteilen, dass ich Gerald Hüther und seine Arbeit großartig finde und dass ich durch seine Erkenntnisse vieles erfahren habe, was auch für meine Arbeit und für meine Entwicklung sehr wichtig ist!

Gerald Hüther kann aber nicht, wie die meisten Menschen, die Zusammenhänge bewusst erkennen. Das Bewusstsein ist meist nur auf einen Teil gerichtet. So hat er bei dem Interview gesagt, dass ein Gehirn immer wieder neues lernen kann, sich weiterentwickeln kann, ganz egal wie alt man ist. Warum das die meisten Menschen nicht tun, würde damit zusammenhängen, dass das Gehirn immer am Energie sparen interessiert ist. Es möchte also nichts tun, was Energie verbraucht. So sitzen eben die meisten Menschen lieber auf dem Sofa und sehen sich irgendwelche sinnfreien Sendungen an, anstatt sich aufzuraffen und sich damit zu beschäftigen, was man noch lernen könnte und wie man sich weiterentwickelt.

Das energiesparende Gehirn ist aber nur ein Teil des Ganzen. Das Gehirn mag am Energie sparen interessiert sein, aber das Ego ist ganz einfach zu faul und es möchte auf keinen Fall, dass man innere Arbeit leistet, denn das bringt nichts ein. Und hier spielt natürlich das männliche Prinzip eine Rolle, denn Frauen, die ihr Prinzip leben, möchten sich weiterentwickeln, wobei diese Entwicklung eine innere Entwicklung ist. Während also der Mann durch das männliche Prinzip Entwicklung im Außen anstrebt, streben Frauen die innere Entwicklung an. Der Mann will Fortschritt, das Ego will immer mehr und mehr von materiellen Dingen. Frauen hingegen, wollen im Idealfall immer mehr innerlich wachsen. Deshalb sage ich Herr Hüther sieht hier nur das Gehirn, das „faul“ ist, vergisst aber, dass zu dieser Tatsache noch das männliche Prinzip mit seinem Ego, das die Masse lebt hinzukommt.

Das weibliche Prinzip ist das Seelenprinzip, hier sitzt die Fülle! Die Seele möchte dass der Mensch sein Potenzial entfaltet, dass er sich weiterentwickelt, dass er Weisheit erlangt, dass er innerlich wächst! Das männliche Prinzip ist das Egoprinzip, das immer aus dem Mangel heraus agiert. Es muss immer mehr haben und so wird der Mensch gierig und dies treibt den Menschen zum sogenannten Fortschritt an, denn damit kann man Macht und Geld erlangen.  Der Mann, wenn er etwas tut, tut also eher etwas um seine Gier zu befriedigen, die Frau tut etwas um Zufriedenheit und Glück zu erlangen und um so gesunde und glückliche Kinder großzuziehen und eine psychisch gesunde Gesellschaft zu entwickeln. Frauen die ihr Prinzip leben, entwickeln sich nicht nur für sich selbst, sondern, ihnen ist bewusst, dass ihre Familie und die gesamte Gesellschaft davon profitieren. Der Altruismus ist ein wichtiger Bestandteil des weiblichen Prinzips!  Männer und leider in unserer Zeit auch Frauen, tun in erster Linie etwas, um sich zu befriedigen.  So ist ihnen egal, ob ihre Kinder keinen Halt mehr haben, sie wollen unbedingt immer mehr Wirtschaftswachstum, immer mehr konsumieren.

Die Gier des Egos wäre kein Problem, wenn auf der anderen Seite die Seele stehen würde. Da aber viele auch schon die Seele, als eine Glaubensfrage ansehen und sie so in die religiöse und spirituelle Schublade verbannen, kann das Ego sich immer mehr aufplustern. Die Seele ist bei den meisten Menschen verschüttet. Das passiert in unserer Gesellschaft leider schon sehr früh, da kaum noch eine Mutter die Urerwartungen und die Urbedürfnisse ihrer Kinder stillt. Hier fängt die Seele, die eigentlich der Leitfaden durch das Leben sein soll, zu schrumpfen an, oder wird zugemauert mit aller Art von Verletzungen, die wir ständig erfahren. So kann das Ego immer größer werden und das nicht nur im Menschen, sondern auch in der Gesellschaft. Die Mauer einzureißen und die Seele wieder wachsen zu lassen, damit man ihre Stimme – die Intuition hört – ist eine ziemlich langwierige Arbeit und kaum ein erwachsener Mensch möchte diese Arbeit tun – eben weil man dafür ja nichts bekommt! Das ist das Ego, das für Arbeit etwas Materielles erwartet oder Geld um sich etwas kaufen zu können.

Es ist immer noch so, dass man schräg angeschaut wird, wenn man davon spricht, dass es zwei Stimmer in einem gibt. Man stempelt diese Leute immer noch, als krank ab, obwohl diese Stimmen wirklich existieren. Die eine ist die Stimme des Egos und die andere die der Seele. Beide sind ständig zu hören, aber je mehr die Seele zugemauert ist, desto weniger hört man die leise Stimme der Seele. Das Ego ist die laute Stimme, die alles übertönt. Die meisten Menschen hören nur die Egostimme, die den Verstand dazu benutzt irgendwelche Filme im Kopf abspielen zu lassen, die nicht wahr sind. Das Ego macht aus einer Mücke einen Elefanten, es spinnt ständig Illusionen, es lügt wie gedruckt. Wenn man das so beschreibt, dann hört es sich immer an, als wäre es eine Person, aber das ist es natürlich nicht, so wie auch die Seele nicht personifiziert werden kann. Aber die meisten Menschen spüren manchmal die Seelenstimme, die Intuition (meist Frauen)  und nehmen durchaus das Ego wahr, zwar nicht als Ego, sondern als Gedanken, die im Gehirn umherkreisen und meist nur Wiederholungen und/oder Illusionen sind! Das Ego kann sogar die Seele immitieren und die meisten Menschen glauben dann, dass ihre Gedanken und Gefühle aus der Seele stammen, was meist nicht stimmt.

Um seine Seele wahrnehmen zu können und den Unterschied zum Ego bewusst zu erkennen, ist Training notwendig und vor allem uneingeschränkte Ehrlichkeit zu sich selbst. Solange man sich selbst belügt, ist das Ego so laut, dass man niemals die leise Seele hört/spürt. Die Seele gibt uns Lektionen vor, die wir meist nicht lernen möchten und wir lieber die Illusionswege des Egos gehen. Aus der Seele kommen nur Aufgaben, die andere nicht verletzen, die gut sind für mich selbst und für die Allgemeinheit. Jetzt gibt es natürlich ganz viele Menschen die gern etwas „Gutes“ tun und behaupten, dass ihre Tat aus der Seele kommt (umgangssprachlich sagt man dann „das kommt aus dem Herzen oder von Herzen“), aber leider sind das auch Egospiele. Denn fast kaum jemand tut etwas umsonst und wenn es nur die Aufmerksamkeit ist, die man bekommt.  Alle Leute, die so gerne „helfen“ leiden meist an einem „Helfersyndrom“, d.h. sie helfen und erwarten etwas dafür. Die Einen erwarten, dass sie dann irgendwann auch geholfen bekommen, die Anderen erwarten, dass man sie lobt usw. Es ist immer ein Handel: Ich tue etwas für dich, dann musst du auch etwas für mich tun.

Die Seelenaufgaben, sind oft schmerzhaft und wenn ein Mensch seiner Seele folgt, dann tut er es selbstlos, also ohne etwas zu erwarten, auch nicht klammheimlich. Deshalb sollte man sich immer selbst fragen, tue ich etwas aus bedingungsloser Liebe heraus und erwarte ich nichts oder möchte ich etwas zurück haben?  Und hier muss man wirklich sehr ehrlich zu sich selbst sein.  Die Selbstlüge, bringt mich immer weiter weg von meiner Seele. Wenn Menschen immer das liebe Kind spielen, anderen Honig ums Maul schmieren, damit man sie anerkennt, sich anpassen, weil das so am bequemsten ist und man sich mit niemandem auseinandersetzen will, dann ist das Ego am Werk. So entwickelt man sich eben auch nicht weiter. Weiter kommt man nur durch hinterfragen, Ehrlichkeit, das Anerkennen der Schatten (C.G. Jung) und durch Konfrontation.

Ganzheitlich betrachtet, kommt also der Energiesparmodus des Gehirns dem Ego sehr gelegen. Aber wenn man einmal anfängt, sich weiterzuentwickeln, sein Bewusstsein zu vergrößern, immer etwas Neues mit Begeisterung lernt, bildet das Gehirn immer wieder neue Verbindungen und will dann auch lernen. In anderen Vorträgen hat Herr Hüther davon gesprochen, dass Menschen begeistert sein müssen, um überhaupt etwas zu lernen, das gilt für Kinder wie für Erwachsene. Ohne Begeisterung lernen wir nichts.  Wenn wir uns also entwickeln möchten, wir immer mehr lernen möchten, müssen wir uns für etwas begeistern, wir müssen für etwas „brennen“.

Jeder Mensch hat eine Seelenaufgabe mitbekommen und es wäre wünschenswert, dass jeder im Laufe seines Lebens seine Gaben und Talente, so wie seine Aufgaben, in seinem Leben erfüllen würde! Die Meisten kennen überhaupt nicht ihre Aufgabe, sie haben den Sinn ihres Lebens verloren.  Sie wissen nicht warum sie sich weiter entwickeln sollen? Sie sind müde von all ihrem Konsum und verschwenden Energie für Dinge, die sie nicht brauchen.  Wenn sie diese verschwendeten Energien dafür nutzen würden, um herauszufinden was ihre Aufgabe ist und diese dann umsetzen, dann würde sich wahrlich etwas bewegen in dieser Welt. Leider sind es zu wenige Menschen, die ihre Energien für ihr Potenzial nutzen.

Wir sollten uns Ziele setzen und uns aber bewusst machen, dass wir im Grunde nie am Ziel sind. “ Der Weg ist das Ziel“ (asiatisches Sprichwort). Wenn wir nur ein Ziel vor Augen haben und dieses Ziel erreichen, dann tendieren wir dazu , „faul“ zu werden (Ego). Aber wenn wir unseren Weg als Ziel sehen, dann gehen wir immer wieder neue Wege und setzen so immer wieder neue Ziele (Seele).  Ich denke, wir sollten uns unbedingt einmal bewusst machen, dass wir nie auslernen. Unser ganzes Leben lang ist voll von Lektionen, von Zielen die wir erreichen sollen. Wenn ein Ziel erreicht ist, sollte man sich das nächste Ziel vornehmen usw. Unserer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, eigentlich sollten die Ideen für neue Ziele niemals aufhören. Solange wir Ziele haben, lernen wir auch. Die meisten Menschen blockieren sich selbst, sind energielos, weil sie ihre Energien falsch nutzen. In jedem von uns steckt so viel Potenzial, das die meisten Menschen nicht nutzen und sagen dann am Ende ihres Lebens, wenn der Tod sie holen kommt, dass sie gar nicht gelebt hätten.

*Jutta Velten

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KünstlerIN unbekannt

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