Das Ausbrechen – oder auch der Versuch sich als Frau selbst zu verwirklichen

Es gibt eine Zeit im Leben einer Frau, in der sie sich entwickeln möchte bzw muss, weil so der Lauf der Natur ist. Die drei Phasen einer Frau beginnen mit dem Mädchen, dann wird sie Mutter und dann zur weisen Alten. Dazwischen befinden sich jeweils die Entwicklungsschritte, die mehrere Jahre dauern bis man die jeweilige Phase erreicht hat. Als Mensch durchlebt man verschiedene Entwicklungsstufen, das gilt für Männer ebenso wie für Frauen. Nur bei Frauen, wird die Entwicklung hin zu sich selbst, oder anders ausgedrückt hin zu ihrer Seele, abfällig als Selbstverwirklichung bezeichnet. Aber diese Entwicklung ist völlig normal und natürlich, wie es auch die Pubertät ist und die Phase der Mutterschaft. Bei Männern ist dieses Ausbrechen zuerst nicht besonders von einer Entwicklung gekennzeichnet, sondern eher als Befriedigung des Egos. Männer durchlaufen, wenn überhaupt ihre Entwicklungen später als Frauen. So wie die männliche Pubertät später als die weibliche eintritt, so ist ihre Entwicklung im erwachsenen Alter, um einige Jahre verzögert (wobei es durchaus auch Ausnahmen gibt) Männer die sich zu Weisen entwickeln sind meist schon über 70 Jahre alt, da sie nun wieder dem weiblichen Prinzip näher kommen. Wenn wir geboren werden, befinden wir uns erst einmal alle im weiblichen Prinzip, solange bis der Junge sein Ego entwickelt, das beginnt meist mit 4 Jahren. (obwohl das heute auch schon verschoben ist, weil nichts mehr natürlich verläuft) Es kommt hier auch immer darauf an, was die Mutter des Jungen vorlebt. So starten wir in unser Leben mit dem weibliche Prinzip und kehren dahin zurück, wenn wir sterben. Das ist der Kreislauf des Lebens. In der Natur können wir an der Erde, die weiblich ist, den Kreislauf des Lebens sehen. Im Frühling ist sie das Mädchen, das wild und ungestüm drauf los wächst, der Sommer ist die Mutter, in ihr wächst das Leben und die Nahrung für Mensch und Tier, im Herbst ist die Zeit der  Ernte, alles ist gereift und im Winter zieht sie sich zurück und stirbt. Dieser Kreislauf durchläuft ebenso der Mensch. Hier sind die Phasenübergänge aber mehr fließend, als wir es auf der Erde bemerken.

Bei der Frau tritt die Phase der Selbstverwirklichung meist in der Prämenopause ein und kann sich über einige Jahre hinziehen. Was nun in unserer heutigen Gesellschaft auffällt, ist die Tatsache, dass die meisten Frauen sich nicht mehr oder „zurück entwickeln“. Damit meine ich, dass sie anstatt sich ihrem Alter entsprechend zu entwickeln, indem sie reifen, benehmen sie sich plötzlich wieder wie pubertierende Mädchen. Das hängt meiner Ansicht nach an der Beziehungssucht bzw der Sucht sich zu verlieben, der Sucht nach Anerkennung usw, das durch die Medien forciert wird. Außerdem wollen sie nicht reifen, weil das mit altern zu tun hat und da in unserer Gesellschaft nur das Jugendliche zählt, weil Männer sich vor reifen Frauen fürchten – denn die hinterfragen irgendwann alles, weil es zu ihrer Entwicklung gehört – und das natürlich dem männlichen Prinzip schadet. Aber die meisten Frauen entwickeln sich in der Zeit ab der Prämenopause nicht wirklich, weil sie viel zu sehr nach etwas suchen, das ihnen die innere Leere füllt. Wenn sie sich nicht ständig neue Liebhaber suchen, damit die ihre Leere füllen, dann suchen sie in der Sucht,  bei Religionen oder in irgendwelchen spirituellen Richtungen Trost und Füllstoff für ihre Leere. Sie werden zu Eso-und/oder Spiri-Junkies. Alles wird ausprobiert, was der Markt so hergibt, egal was es kostet. Dabei verlieren die suchenden Frauen sich selbst nur noch mehr! Eine Frau findet nur durch Bewusstsein, durch Arbeit an sich selbst und die Heilung all ihrer Verletzungen zu sich, zu ihrer Seele. Nichts was Geld kostet, bringt eine Frau zu ihrer verschütteten Seele. Alle die etwas anderes behaupten lügen und sind nur an einem Geschäft interessiert! Das Ego ist der Drahtzieher, der mittels des Verstandes einer Frau erzählt, sie müsse noch diesen oder jenen Kurs besuchen, oder noch dieser oder jener Religion folgen und/oder das Glas Rotwein am Abend zur Entspannung trinken (das leider dann zu der Alkoholsucht wird, ohne dass sie es bemerkt. Das Glas Wein scheint so und so recht hip momentan zu sein, aber sobald man etwas von außen zur Entspannung braucht, ist der Weg zur Sucht schon sehr nah) dann würde sie finden was sie sucht. NEIN! Der Weg zur Seele ist harte, oft jahrelange Arbeit, aber sie kostet nichts. Man benötigt keinen Cent, um seine Seele zu finden und sich selbst zu füllen. Sobald das geschieht, sprudelt eine natürliche Weisheit, die jede Frau dann unweigerlich zu einer weisen und reifen Frau macht. Zufriedenheit und Glück durchströmt einen und man weiß plötzlich, wie das Leben funktioniert. Dann hört die Suche auf und man wird sich dessen bewusst, dass es nur diesen einen Weg gibt. Warum sind die Frauen ab ca 40 bei indigenen Völkern weise? Sie haben keine  Eso-und Spirikurse, die sie besuchen, sie praktizieren, wenn überhaupt ihre eigene Naturreligion, das ist alles. Naturreligionen haben eines der sonst üblichen Religionen voraus – sie beziehen sich auf die Natur und nicht auf einen abstrakten Gott und deshalb verlieren sie sich nicht in ihr. Über die Naturreligionen gibt es noch vieles zu sagen, denn sie sind von Stamm zu Stamm meist unterschiedlich, aber zu diesem Thema schreibe ich einen gesonderten Artikel.

Ein anderer Aspekt oder auch ein zusätzlicher, warum so wenige Frauen reifen, ist das Ablehnen der eigenen Weiblichkeit durch das Leben im, für sie artfremden männlichen Prinzip. Ihr Körper der sich in den Wechseljahren verändert wird ihnen lästig. Die Hormonschwankungen die oft als Hysterie und als krank bezeichnet werden, dürfen nicht gelebt werden. In einer männlich funktionierenden Welt, soll Frau gefälligst wie ein Mann funktionieren, da gibt es keinen Raum für „spinnernde“ Frauen. Frauen werden nicht mit ihren Zyklen respektiert und akzeptiert. Man muss sich anpassen und wer das nicht kann kommt in die Psychiatrie oder wird gemobbt. Es gibt mehr Männer, wie man glaubt, die ihre „hysterischen“Frauen in die Psychiatrie einliefern lassen. Dabei sind sie nicht hysterisch, sondern sie sind verzweifelt, weil sie einfach nicht so funktionieren können wie es unser System vorsieht und besonders nicht mehr in der Zeit in der sie reifen soll. Diese Verzweiflung beginnt meist mit Anfang 40 und die meisten Frauen wissen nicht was ihnen fehlt und dass der Weg zur Entzweiflung in ihnen selbst liegt. Die meisten Frauen wissen nicht einmal, was denn das weibliche Prinzip ist! Solange der Mann ihr nicht körperlich schadet, bekommt er immer Recht!  Das ist eine traurige Wahrheit, die man konsequent ignoriert. Wirkliche Frauen, also Frauen, die ihr Prinzip leben, was auch nur natürlich ist, besitzen keine Lobby in dieser Welt, sie erfahren noch nicht einmal oder kaum Unterstützung durch andere Frauen. Eine Frau würde ihre eigene Schwester, Mutter, Großmutter für die Anerkennung nur eines Mannes verraten. Das geschieht heute noch so, wie zu der Zeit der Hexenverfolgung, nur dass diese Frauen dann eben ausgeschlossen und oft psychisch fertig gemacht werden. Also nehmen Frauen Hormone oder lassen sich ihre heilige Gebärmutter und/oder die Eierstöcke entfernen. Jetzt können sie endlich funktionieren wie Männer und viele Frauen werden dann wirklich komplett zum Mann. Sie verhalten sich wie Männer, sie arbeiten wie Männer und das finden sie auch noch gut. Aber das geht nicht lange gut, denn die Natur fordert das, was die Frau zu vermeiden sucht in irgendeiner Form zurück! Meist kommt eine Krankheit, die zum Umdenken zwingt, oder ein Schicksalsschlag der sie aufwecken soll. Leider kapieren die Damen dann meist immer noch nicht was los ist. Sie sterben lieber an einer Krankheit, als sich in ihre eigenen Tiefen zu begeben und sich selbst zu  heilen, die Mauer die ihre Seele umschließt einzureisen.

Frauen die nicht reifen , sich nicht entwickeln sprechen auf ihrem Sterbebett (wenn sie noch sprechen können) davon, dass sie etwas versäumt hätten, dass sie nicht gelebt haben und das stimmt ja auch.

Es mangelt in unserer Gesellschaft an weisen, reifen Frauen, die normalerweise von der Gemeinschaft gehört werden, da sie die Wahrheit sprechen. Auch wenn die ganze Gemeinschaft lügt, sind sie es, die durch das Aussprechen der Wahrheit, ihren Mitmenschen bewusst machen, dass sie lügen. Weise Frauen sind so wichtig für die Gesellschaft, wie die Luft zum atmen. Frauen die durch ihre eigene Hölle gegangen sind, die sich tapfer durch den tiefen Sumpf ihres Unterbewusstseins gekämpft haben und alles was da kam heilten, haben keine Angst mehr. Sie setzen sich für Gerechtigkeit ein und unterstützen jene die keine Lobby in dieser Gesellschaft haben, weil es ihnen ebenso ergeht. Außerdem fällt ihnen mit der Bewusstwerdung wie Schuppen von den Augen, dass in diesem System Frauen immer noch missbraucht und gedemütigt werden und sie erkennen mit Erschrecken, dass die meisten Frauen das alles freiwillig mitmachen und es sogar selbst forcieren. Als Beispiel die sexy Darstellung in den Medien, um Männer zu reizen. Eine reife und weise Frau braucht das nicht mehr, die Sexualität rückt in den Hintergrund, weil es so viel Wichtigeres gibt. Männer bezeichnen oft in unserer Gesellschaft solche Frauen abfällig als frigide. Aber das sind sie keineswegs, ihre Sexualität ist vollkommen in Ordnung, sie setzt nun aber ihre Prioritäten anders. Wenn sie Sex haben, legen sie Wert auf die wahre Bedeutung von Sex, die Verschmelzung, auch wenn sie kein Kind mehr empfangen können, sind sie sich des Empfangens und des Öffnens für einen Mann vollkommen bewusst. Ihnen geht es nicht mehr darum, dem Mann oder sich selbst Befriedigung zu verschaffen, sondern ihnen geht es darum diesen heiligen Akt auch zu etwas Heiligem werden zu lassen ohne diese ganze Romantik. Das entspricht völlig den Naturgesetzen, denn ursprünglich ist der Sex zuerst einmal zur Fortpflanzung gedacht und das in dem Alter der Frau, in der sie gebären kann. Sobald sie das nicht mehr kann, bekommt die Bedeutung des sexuellen Aktes eine vollkommen andere. Wenn Mânner das verstehen, dann kann sich eine tiefe Freundschaft zwischen beiden entwickeln die wertvoller ist, wie jedes schnelle sexuelle Erlebnis! Auch Männer profitieren davon. Sie lernen so, wie sie sich beherrschen können. Heute kann man Tantra Kurse belegen, um das zu erlernen, aber man benötigt dazu nur eine weise, reife Frau und kann sich so das Geld sparen.  Eine weise Frau, empfindet keine Eifersucht mehr, sie kann den Mann an ihrer Seite loslassen, denn sie weiß dass Sexualität nichts mit Liebe zu tun hat. Sie weiß, um den natürlichen Trieb des Mannes und hat sich von jeglichen Illusionen befreit. Die meist langjährige Freundschaft und die Liebe die hier gewachsen ist, bedeuten ihr mehr, als eifersüchtige Dramen. Sie ist müde, Dramen zu inszenieren. Sie kann gelassen ihren Weggefährten zu einer anderen Frau oder anderen Frauen ziehen lassen, denn sie zweifelt nicht daran, dass er sie liebt (wenn es bedingungslose Liebe ist und man sich nicht gegenseitig Energie abzieht und den anderen als „Füllstoff“ missbraucht) und an dem starken Band das zwischen ihnen über die Jahre gewachsen ist.  Sie konzentriert sich in der Zeit, in der sich ihr Weggefährte mit anderen paart auf ihre eigene Entwicklung und was sie tun kann, um ihre Lebensaufgabe zu erfüllen. Wenn der Weggefährte sich nun trotz des starken Bandes zwischen ihnen für eine andere Frau entscheidet, ist das sein Wille und wird von ihr respektiert. Eine reife, weise Frau weiß, dass jeder Mensch der in ihr Leben tritt, immer Weggefährten sind, die eine Weile einen gemeinsamen Pfad gehen, der aber irgendwann zu Ende sein wird. Sie fürchtet sich nicht vor dem Abschied nehmen, denn das Leben besteht aus Abschied nehmen und Willkommen heißen. Nach meiner Erfahrung, sind meine Mitmenschen noch nicht so weit, so zu leben, Frauen und auch Männer nicht. Sie sind süchtig nach Dramen, weil sie Beziehungssüchtig sind. Wenn man bei dem Spiel nicht mitspielt, muss man sich darüber im Klaren sein, dass man als einsame weise Frau endet. Wobei einsam nichts mit der Angst des Alleinseins zu tun hat.

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Exkurs: Ich kann nicht einsam genug sein. Am liebsten hätte ich eine Hütte abgelegen von der Menschheit, in einer schottischen Bucht. Die Mitmenschen sind mir zu anstrengend mit ihren Lügen, ihrem Betrügen, ihren inszenierten Dramen, deshalb arbeite ich zur Zeit auf meinen Rückzug in Schottland oder Irland hin. Schritt für Schritt entferne ich mich von den Menschen. Gerne kann man mich aufsuchen, mich besuchen, aber sobald ich spüre, es geht in eine Art von Beziehungssucht und Co-abhängikeit über, ziehe ich die Reißleine. Ich arbeite ja auch bei und mit Menschen zusammen, aber auch hier ist es mir lieber ich kann Teams oft wechseln oder Nachtdienst machen, denn da muss ich mich nicht den alltäglichen Spielchen meiner Mitmenschen aussetzen, oder nur bis zu einem gewissen Punkt.

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Es ist wirklich kein Wunder, dass unsere Gesellschaft auseinander bricht, denn Frauen bilden das Fundament einer Gesellschaft und besonders die weisen Frauen sind die Stützpfeiler auf deren Weisheit aufgebaut werden kann.

Es kann sich also jede Frau nun überlegen, ob sie die Verantwortung, die sie für die Gesellschaft mitträgt, wahrnehmen möchte und sich auf den Weg zu ihrer Quelle der Weisheit machen möchte, deren Sitz die eigene Seele ist, oder ob sie die Verantwortung von sich schiebt, die Last auf die Schultern von den wenigen weisen Frauen in unserer Gesellschaft ablädt und so weiter macht wie bisher bzw sich zurückentwickelt und nochmal eine Pubertät durchlebt, in der es wichtig ist Männern zu gefal!en, Clubs zu besuchen, mit ihren Freundinnen um die Häuser zu ziehen usw oder sie sich auf dem Markt in angebotene Heilsversprechen verstrickt und ihre Leere nur immer größer wird. Frauen mögen es nicht direkt erkennen, dass sie etwas folgen, das ihre Leere noch vergrößert, denn die Selbstlüge wird ihnen erst die Illusion geben, dass die Leere verschwunden sei. Aber irgendwann ist sie wieder da und das ist das untrügliche Zeichen, dass alles nichts gebracht hat. Wenn man den Reifungsprozess durchläuft und zwar so wie er gedacht ist, dann gibt es da keine Leere mehr, alles ist gefüllt, das Zerbrochene ist repariert. Wer jetzt glaubt weise und reife Frauen hätten keinen Spaß und ihr Leben wäre langweilig, der täuscht sich gewaltig. Im Gegenteil, hat man dann so viel zu tun und ist voller Energie und Tatendrang, wie nie zuvor im Leben, denn alles was Energie raubt ist nicht mehr da. Die innere Leere frisst alle Energie weg, weil man dadurch sucht und süchtig wird. Sucht ist ein grausamer Energieräuber!

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Von der Göttin Demeter, Baubo, Jambe, Sheela-na-gig…. (es gibt noch viele hunderte von ihnen), aber zuvor möchte ich noch etwas über den modern gewordenen Göttinnenkult, bei besonders den Frauen die auf der Suche sind (Prämenopause, Menopause) schreiben: Auffällig ist in den letzten Jahren, dass in der esoterischen und spirituellen Szene Frau sich nun wieder an die Göttinnen erinnert, wobei der Mensch aus Fundstücken und Geschichten Göttinnen machte. Heute ist es genauso hip an Göttinnen zu glauben und  sogar Frauen aus der Bibel zu Göttinnen zu machen (z.B. Magdalena). Die Erde wurde einmal als göttlich angesehen, denn sie bringt Leben hervor und nährt es. Dann wurden auch die Frauen als Göttinnen angesehen, denn man sah, dass Frauen die gleiche Macht haben, wie die Erde. Aber alles Leben auf der Erde ist heilig, so wie die Erde selbst. Jeder Organismus hat seine Aufgabe hier und man muss das Ganze nicht zum Göttlichen erklären. Warum brauchen Menschen immer etwas das über ihnen steht, wohin sie aufblicken können? Dies hört ebenso auf, wenn man zur weisen Frau wird, denn man erkennt, dass jeder Organismus ein Teil eines großen Organismus ist, der einfach nur Aufgaben hat. Der Mensch erschuf Geschichten, die als Lektionen gedacht waren und machte aus Frauen Göttinnen, damit man zu ihnen aufsehen konnte und ihre Lektionen als Unterrichtseinheit erkannte, um etwas für das Leben zu lernen. Es waren also die ersten Manipulationen der Menschheit, denn man wollte mit den Geschichten den Menschen zu etwas bewegen. Das ist der Ursprung einer Geschichte. So war es zuerst mit den mündlich überlieferten Geschichten über die Weiblichkeit und später dann erschufen Mönche oder Propheten überlieferte Geschichten zu einem Glauben mit einem Gott, bei dem sie dann auch noch ihre eigenen Ansichten, Phantasien und die eines Herrschers (Kaisers oder Königs) dazu schusterten. Geschichten bestehen immer aus einem Teil Phantasie, einem Teil der Sichtweise des erzählenden Menschen und einem Teil Realität. Göttlich oder heilig ist alles Leben und hier gibt es auch unter den Menschen keine Unterschiede. Die einen sind nur erleuchtet und wach, während die anderen noch schlafen und die Geschichten sind natürlich für die, die noch schlafen gedacht, um sie mit Witz und Phantasie dem Erwachen und der Erleuchtung näher zu bringen.  Kein Mensch lernt gern, wenn die zu lernende Lektion zu „trocken“ ist. Das Geheimnis guter Pädagogen, die Kinder wirklich verstehen, ist die Gabe, sich in sie hineinzuversetzen und zum anderen die Gabe Lektionen mit Witz und Phantasie weiterzugeben, so dass Kinder bzw junge Erwachsene oder auch Erwachsene sich die Lektion leichter einprägen und nicht die Motivation zu lernen verlieren.  Aus diesem Grund schreibe ich zum Beispiel ein Märchen und Kurzgeschichten, um die Menschen an die Lektion, die sie unweigerlich irgendwann lernen müssen heranzubringen. Göttinnen sind also immer eine verkörperte Eigenschaften der Erde, wie zum Beispiel Demeter. So zerpflückten die Menschen alle natürlichen Abläufe des Himmels und der Erde in einzelne Geschichten und besetzten sie mit Rollen.  Übrigens besetzte man Frauen bei den Griechen mit den Rollen auf der Erde und Männer bekamen meist die Besetzung des Himmels. So entstand auch der männliche Gott, der Glaube den die größten Religionen propagieren und das ist nicht einmal so falsch, denn der Himmel gehört zu dem männlichen Prinzip und die Erde zum Weiblichen. Aber es gibt auch weibliche Anteile am Himmel, wie den Mond und männliche Anteile auf der Erde, wie das Feuer. Unsere Sprache hat das ganze nicht gerade vereinfacht, denn man hat die Sonne verweiblicht und den Mond vermännlicht, dabei ist es umgekehrt richtig. Durch diese Sprache verschob und verzerrte sich vieles. Einerseits ist unsere Sprache sehr genau, wie keine andere Sprache sonst auf der Erde, aber sie ist ebenso verwirrend. Vielleicht tun sich deshalb manche Ausländer so schwer damit, sie zu erlernen.   Es gibt auch in uns männliche und weibliche Anteile und an diese Tatsache klammern sich vor allem jene Frauen, die nicht das männliche Prinzip bei den Männern lassen wollen, die Angst haben zurück in ihr weibliches Prinzip zu kehren. Denn sie kommen nun mit dem Argument, dass man ja beide Anteile in sich trägt und sie entschulden ihre Verirrung und das Verlassen des weiblichen Prinzips damit. Das ist ein wirklich kläglicher Versuch sich zu rechtfertigen. Frauen sind nicht dazu gedacht den männlichen Anteil in ihnen zu leben, denn sie sind nun einmal weiblich. Männer sind auch nicht gedacht den weiblichen Anteil zu leben. Jeder trägt den Anteil des anderen Geschlechts in sich, weil durch einen Mann und eine Frau neues Leben entstanden ist. So ist der Mond oder besser Luna ein Anteil des männlichen Himmels, aber sie ist eher passiv.  Die Vereinigung zwischen Himmel und Erde, wobei der eine den anderen spiegelt, lässt auf der Erde Leben entstehen. Die Erde kann niemals die Aufgabe des Himmels übernehmen, das würde einfach nicht funktionieren. Dazu hier einmal die Kurzfassung der Geschichte von Demeter:

Demeter bekam die Rolle als Göttin der Fruchtbarkeit des Ackerbaus und des Wachstums der Feldfrüchte. Ihre quellenden Brüste sollten ihre Aufgabe, nämlich die des Nährens darstellen.  Außerdem war sie die Mutter von Persephone, die sie dem Zeus gebar. Meist wurden Mutter und Tochter gemeinsam erwähnt. Bekannt wurde sie durch die Sage, die das Schicksal ihrer Tochter betraf. Hades, der Gott der Unterwelt verliebte sich in Persephone und er entführte sie in die Unterwelt. Ihre Mutter wurde daraufhin so traurig, dass nichts mehr auf der Erde wuchs. Als Helios (die Verkörperung der männlichen Sonne, was die Christen dann Jesus nannten) ihr schließlich die Wahrheit sagte, dass sie ihre Tochter wohl nicht mehr sehen werde, außer Hades gäbe sie freiwillig frei, war sie zornig und verließ den Olymp. Sie vernachlässigte ihre Aufgaben und die Erde wurde unfruchtbar, sie nährte nichts und keinen mehr. Alles Leben litt an Mangel. Zeus zwang nun Hades sie freizugeben. Dieser war bereit, seine Gemahlin wieder zu ihrer Mutter in die Oberwelt zu führen, doch gab er ihr, listig wie er war, den Kern eines Granatapfels zu essen, so blieb Persephone an die Unterwelt gebunden. Sie einigten sich, dass das Mädchen acht Monate im Jahr bei Demeter an der Oberfläche verbringen sollte und vier Monate bei ihrem Gemahl in der Unterwelt. Mit dieser Vereinbarung war Demeter einverstanden und innerhalb kürzester Zeit blühte es wieder auf der Erde.

Und nun noch etwas zu Baubo, Jambe und Sheela-na-gig

Baubo, Jambe und Sheela-na-gig verkörperten die Sexualität und die Fruchtbarkeit der Frau. Was sie durchaus auf sehr witzige Weise taten. Alle drei ließen ihre Geschlechtsorgane sprechen. Diese Obszönität wurde von Männern, die sich vor den weiblichen Geschlechtsorganen fürchteten, ausgemerzt oder es wenigstens versucht. Der gewaltätigste Versuch, geschah in der dunklen Zeit des Mittelalters.  Die Frauen mit ihrer dunklen, feuchten Vulva und die hüpfenden vollen Brüste, waren ein Graus für Männer. So entstanden die Geschichten um Baubo, Jambe und Sheela-na-gig. Wobei Frauen über diese Geschichten lachten, nur die Männer fanden das weniger lustig, weil sie nichts über die Weiblichkeit verstanden. Frauen waren für sie schon immer ein Rätsel. Nur heute leider, wo Frauen sich Männern gleich machen, haben sie jede Magie verloren. Dabei sind Frauen voll davon, wenn sie ihre Weiblichkeit leben.

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Die Reifung der Frau, ist ein wirklich wichtiger Aspekt für das Zusammenleben der Menschheit. Solange Frauen das nicht begreifen und nicht die Tragweite erkennen, was sie bewirken können, wenn sie reifen und weise werden, brechen alle nicht indigenen Völker zusammen. Wir haben es täglich vor unseren Augen und jammern darüber, aber es sind zu wenige Frauen bereit in ihre Unterwelt zu steigen, sich mit all ihren Schatten auseinanderzusetzen und sich zu heilen. Die Masse der Frauen glaubt, im außen etwas zu finden das sie heil macht, das sie füllt und solange sie das tun, können wir die Menschheit untergehen sehen!

 

*Jutta Velten

 

 

 

 

 

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