Beim nächsten Mann wird alles besser

Dieser Gedanke schwirrt irgendwann mindestens einmal, aber meist ein halbes wenn nicht gar ein ganzes Leben lang durch weibliche Gehirne. Immer dann, wenn der in den man ja ach so verliebt war, uns nicht mehr passt. Am Anfang war alles so schön, er war so einfühlsam und so verständig, er war romantisch und liebevoll, er hat einfach genau gepasst, er war unser Seelenverwandter unsere Zwillingsseele.

Tja, leider, leider fallen alle Frauen viel zu oft auf ihre Illusionen herein. Immer wieder glaubt Frau es gibt da draußen irgendwo Mr.X der perfekt ist, der all das hat was Frau sich so sehr wünscht und nach dem sie sich schon ihr Leben lang sehnt. Aber nach einiger Zeit, nachdem die „liebesblinde“ Phase vorbei ist, die Illusionsphase „Liebe“ geplatzt ist und der Alltag eintritt, alles irgendwie langweilig wird und der Gentleman plötzlich kein Gentleman mehr ist, leidet sie und sehnt sich nach einem neuen Gentelman. Und es gibt ja einige da draußen, die unbedingt eine Frau in ihr Bett bekommen möchten oder die vielleicht auch die perfekte Frau suchen, die seine Erwartungen stillt.

Wir werden in eine Familie geboren und in dieser Familie herrschen bestimmte Muster. Hier gibt es die krankhaften Muster und die gesunden Muster und genau nach diesen Mustern sucht sich ein Mensch seine Partner aus. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass man einen Partner findet, der ein komplett anderes Muster hat und man sich zu ihm hingezogen fühlt. Es muss und es gibt immer eine Schnittmenge zu dem Muster des anderen. Sogar wenn dieser Mensch aus dem Busch oder dem tiefsten Urwald stammt, muss es Schnittmengen zum bekannten elterlichen Muster geben, sonst nimmt man den anderen entweder nicht wahr oder man hat überhaupt keinen „Draht“ zu diesem Menschen. Nur jene die sich ihrer familiären Muster bewusst sind und die krankhaften Strukturen heilen, haben eine Chance zu wirklich anderen Menschen zu finden. Dies trifft im Übrigen nicht nur auf „Liebes-Beziehungen“ zu. Ganz normale Freundschaften, entwickeln sich auch immer nur dann, wenn die Muster sich überschneiden. Manche Menschen überschneiden sich mit den kranken Strukturen der familiären Muster mehr, als mit den gesunden und man leidet dann wie ein Hund, in diesen Beziehungen. Bei manchen überschneiden sich mehr die gesunden Strukturen der familiären Muster und dann schein alles gut zu laufen – wenigstens für eine Zeit.

Wenn wir uns nun nicht der familiären Muster mit ihren Strukturen bewusst sind, dann tappen wir immer und immer wieder in die Falle und leider sind die Angebeteten dann meist die, die uns die schlechten Strukturen der familiären Muster wiederspiegeln (jeder der uns begegnet spiegelt uns immer unsere Herkunft). Wir treffen also immer auf einen Menschen, der eine Schnittmenge mit unseren Mustern aufweist, anders ist das gar nicht möglich, weil der Mensch sich immer an etwas Bekanntes hängt. Die meisten wollen davon nichts wissen und geben sich der Illusion hin, dass der Nächste dann wohl der Richtige sein wird. (ich nehme hier nur die Frauen, das gleiche gilt natürlich auch für Männer). Anfangs erscheint einem das auch so, dass man jetzt endlich einen gefunden hat, der anders ist, aber mit der Zeit stellt sich heraus, dass man da doch etwas gespiegelt bekommt, das man so gut es geht verdrängen möchte, denn es kommt aus dem Elternhaus, es sind Verletzungen die man hier erfahren hat. Die Spiegelneuronen in unserem Körper suchen sich immer das Spiegelbild.

Man zieht also immer einen Menschen an, der die eigene Mutter oder den eigenen Vater wiederspiegelt. Falls ein Elternteil nicht gekannt wird, dann wird der Spiegel des Menschen gesucht, mit dem man aufgewachsen ist. Gene sind da nicht relevant. Muster werden vorgelebt und sind besitzen keine genetischen Inhalte.  Genetisch kann zum Beispiel die körperliche Statur eines Menschen sein. Ein Muster kann nicht vererbt werden, aber meist werden die gleichen Muster von Generation zu Generation weitergegeben und so kommt man fälschlicherweise zu dem Schluß (wenn man sich überhaupt dessen bewusst wird) dass es genetisch bedingt wäre.

Zu den Mustern kommen natürlich jetzt auch noch unsere ungestillten Bedürfnisse hinzu (https://zuruekzumweiblichenprinzip.com/2017/06/23/beziehungssucht-der-fluch-der-heutigen-gesellschaft/), die übrigens auch schon seit vielen Generationen ungestillt sind. So potenziert sich die Bedürftigkeit von Familie zu Familie immer mehr. Nun gehen wir mit unserem Muster, welches auch noch gepaart ist mit einer sehr großen Bedürftigkeit hinaus in die Welt und versuchen überall da, wo wir eine „Rettung“ sehen anzudocken.  Die meisten denen diese Mechanismen nicht klar sind, laufen wie verlorene Halbkreise (dieses Beispiel habe ich schon des Öfteren in meinen Artikeln erwähnt) durch ihr Leben und suchen das Gegenstück. „Auf jeden Top, passt ein Deckel“, so ein altes Sprichwort, das die Schnittmengen der Muster verdeutlicht und dass eben nur das passt, mit dem man eine Schnittmenge hat. Da aber fast jeder so bedürftig ist, glaubt man, jeder der auch als Halbkreis durch die Gegend wandelt und die „Rettung“ sucht, sei der passende Deckel bzw Topf. Menschen sind sehr gut im Masken aufsetzen und sich zur Person zu machen. Die Person die ich heute kennengelernt habe, kann sich morgen zu einem Menschen entwickeln, den ich überhaupt nicht kenne und das ist leider fast immer der Fall.

Frauen erzählen, wenn es in der „Liebes-Beziehung“ krieselt, dass sie das Gefühl haben, den Menschen da gegenüber überhaupt nicht zu kennen. Sie haben sich kennengelernt und beide haben sich ihre Masken angezogen, sie haben sich zu Personen (Person lat persona) gemacht, die nur ihre Schokoladenseite zeigten. Wir haben uns dann also von der Maske angezogen gefühlt und uns in sie verliebt. Die Person, die man da kennengelernt hat, glaubt man beschwören zu können, dass sie komplett anders ist, als jede vorher und dass sie überhaupt nicht die Muster der eigenenFamilie wiederspiegelt. Nach einem Jahr, manchmal sind es auch mehr, manchmal sogar weniger, fallen die Masken ab und man glaubt diesen Menschen der hinter der Person steckte die man kennengelernt hat, nicht zu kennen. So ist es ja dann auch.

Jetzt ist die Frage, was kann man tun, um hinter die Person zu blicken und um nicht ewig die familiären Muster unbewusst zu suchen. Die Falle ist die Unbewusstheit und die Illusionen. Muster sind meist so eingebrannt, dass sie nur mit viel Schmerz und nicht ohne Narben geheilt werden können. Hier ist jahrelange Arbeit von Nöten. Wenn man dazu keine Lust hat, dann muss man damit leben, dass man eben immer wieder unbewusst das Muster sucht und es auch anzieht das man kennt.  Um hinter die Masken blicken zu können, muss man Menschen studieren und allen voran sich selbst und hier ist ebenso Bewusstsein gefragt. Wenn ich bei mir selbst nicht bemerke, ob ich eine Maske aufsetze und wann ich das tue, dann wird es mir auch nicht bei anderen auffallen. Die meisten spielen Rollen und sind nicht echt. Bewusste Menschen hören und sehen das an der Stimme, am Lachen, an der Mimik und Gestik. Menschen kann man zu allem dressieren und besonders im Showbusiness kann man sehen, wie sehr Menschen durch ihre Masken und Rollen sich verändern. Es ist kein Wunder, dass Schauspieler und Menschen die in der Öffentlichkeit stehen, Drogen nehmen und/oder sich selbst umbringen. Die vielen Rollen in die sie schlüpfen müssen, machen sie krank. Sie wissen am Ende selbst nicht mehr, wer sie wirklich sind. Wenn man „das Rolle spielen“, „das Aufsetzen von Masken“ ständig betreibt, verliert der Mensch sich selbst, dieser Mensch hat seine Seele an die Person verkauft. Die Person wird nur vom Ego gesteuert.

Ich wollte früher mal Schauspielerin werden (welches Mädchen möchte das nicht)  und bin heute heilfroh, dass ich es niemals versucht habe. Heute erkenne ich, ob mir eine Person oder ein Mensch gegenüber steht. Sogar während des Schreibens passe ich sehr genau auf, dass ich von Menschen, über Menschen und an Menschen schreibe und nicht über/an/und von Personen. Auch wenn die meisten Masken tragen, schreibe ich über sie hier als Menschen, denn hinter den Masken, den Personen steckt der Mensch, den ich sehe.

Es gibt so viele verschiedene Masken, wie es Menschen gibt. Es gibt die Maske des Clowns, des/der Leidenden, des/der Liebenden, des/der Netten, usw. Die meisten Frauen setzen die Maske der Liebenden, der Verführerin, der Netten auf, während Männer die Maske des Clowns, des unwiderstehlichen Liebhabers, des Machos usw aufsetzen. Wobei die Machos, die ganz armen Würstchen sind, denn hier erkennt man, dass er nie wahrgenommen wurde oder er der kleine Angsthase in der Kindheit war. Frauen bekamen beigebracht immer die Maske der Netten, der Liebenden, der Verführerin aufzusetzen, weil Männer nur solche wollen. Immer schön nett und brav und am besten auch nichts denken, sondern nur dem Schönheitsideal des Mannes entsprechen und alles ist gut. Dann kann Frau damit rechnen, dass an ihr die Männer kleben, wie die Fliegen am Honig.  Die Medien sind voll davon, wie Mädchen sich herrichten müssen, um bei Männern beliebt zu sein und dann leben ihre Mütter ihnen das auch noch so vor.

Mädchen von alleinerziehenden Müttern beobachten Mami, wie sie sich Abends für irgendeinen neuen Macker auftagelt, ihre Maske aufsetzt und in die Rolle der unwiderstehlichen Femme fatale schlüpft. Dem Mann gegenüber spielt sie das kleine Mädchen, die Verführerin, die Ängstliche, die Bedürftige und das alles an einem Abend, denn sie hat einen ganzen Koffer mit Masken unter dem Kleid 😉 und weckt so im Mann einerseits den Beschützerinstinkt, den Starken, den ebenfalls Unwiderstehlichen. Er kramt also immer die passende Maske die zu ihren Masken passen aus der Hose 😉 und beide verstehen sich prima. Ihnen ist nicht klar, dass sie dem anderen Rollen vorspielen,, die sich auf jeder Bühne sehen lassen könnten.

Es ist erstaunlich wie entspannt Menschen werden, wenn sie bemerken, dass sie keine Rollen mehr spielen müssen, weil man selbst keine mehr spielt. Man sieht richtig, wie die Anspannung abfällt, wie die Masken abbröckeln, wie sich ein verletzlicher und völlig unsicherer Mensch zeigt, der einfach nur erleichtert ist.  Ich spiele keine Rollen mehr, ganz egal wohin ich komme, sei es zu einem Vorstellungsgespräch, sei es bei einem Vortrag usw, ich spreche immer darüber was ich gerade empfinde und wenn ich weinen muss dann weine ich und wenn ich lachen muss dann lache ist, ganz egal, was die anderen denken. Tränen sind immer „uncool“ in unserer Gesellschaft, aber jene die damit nicht umgehen können, sind nur neidisch darauf, dass sie sich nicht zu weinen trauen. Auch das Lachen ist verpönt, wenn es für andere nicht passt. Wenn man über sich selbst lacht oder man im Zug plötzlich lachen muss, weil man an etwas Lustiges gedacht hat, wird man angeschaut als hätte man gepupst.  Es ist gruselig, dass es der Gesellschaft lieber ist, wenn man Masken auf hat, als authentisch zu sein.

 

Es gibt Zeiten, da trennt man sich von einem Menschen, weil man sich weiterentwickelt hat und der andere nicht. Man ist eine Weile zusammen einen Weg gegangen und nun kommt man an eine Weggabelung und man erkennt jetzt, dass es Zeit wird den gemeinsamen Pfad zu verlassen und das nicht, um einen anderen Weggefährten zu suchen, sondern um sich weiterzuentwickeln, dann würde ich jeder Frau empfehlen das zu tun.  Die meisten „Liebes-Beziehungen“ blockieren Frauen bei ihrer Entwickelung. Wenn sich so eine Gelegenheit bietet und du dich eh nicht mehr gut fühlst an der Seite dieses Mannes, dann los! Nur nicht bei ihm bleiben aus Gewohnheit und weil es gerade so bequem ist. Man ist versorgt, hat vlt. ein Haus muss sich nicht anstrengen, aber gerade dann kommt es selten zu einer Entwickelung, die dein Leben bereichern wird. Oft lese ich den Spruch „Raus aus der Komfortzone“ und witzigerweise finden das alle gut nur hat dann plötzlich jeder seine eigene Definition, was eine Komfortzone sein soll. Ich verstehe darunter, die Weiterentwicklung und das Aufgeben von lieb gewonnenen Gewohnheiten und Lebensumstände. Wenn sich mehr Frauen auf den Weg machen würden, und sich ihre Wünsche erfüllen würden, die sie schon ein halbes Leben mit sich herumschleppen, dann wäre die Welt wahrscheinlich voll von reisenden Frauen. Ich kenne Frauen, die möchten an Meer leben oder sie wollen reisen und was tun sie – nichts- sie hängen ihren Träumen nach und das war es dann, bis zum Ende ihrer Tage.

Wenn dein Partner sich einer anderen Frau zuwendet, er „fremd“ geht und du damit nicht leben kannst, ist es eine Aufforderung vom Leben, die Zelte abzubrechen und dich um deine Entwicklung zu kümmern. Das ist dann deine Aufgabe und du kannst ihm dankbar sein, dass er dir die Möglichkeit gibt. Hier endet dann euer gemeinsamer Weg und du hast die Chance Abenteuer zu erleben.  Aber bitte, bitte wirf dich nicht in die Arme von einem anderen Mann, in der Illusion der wird dich niemals betrügen! Wie ich schon mehrmals in meinen Artikeln geschrieben habe, ist es die Natur des Mannes und auch mit dem „Neuen“ wird es so kommen, dann aber hast du wertvolle Jahre versäumt, in denen du dich hättest weiterentwickeln können.

*Jutta Velten

Danny Quirk

Artwork by Danny Quirk

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s