Die unendliche Geschichte der Psychosen, der Persönlichkeitsstörungen und der Süchte

In unserer Gesellschaft sind Persönlichkeitsstörungen und Psychosen schon so normal, dass man sie erst dann als krank begreift, wenn andere Menschen dadurch zu Schaden kommen. Ansonsten ist es ein normaler Zustand, so wie man auch Sucht als „normal“ betrachtet, solange niemand damit direkt schädlich konfrontiert wird.

Die ganzen Psychosen und Persönlichkeitsstörungen entstehen durch die Sucht oder die Süchte entstehen durch die Psychosen oder/und durch die Persönlichkeitsstörungen. Wer zuerst da war, die Henne oder das Ei, darüber kann man streiten, aber es gehört so zur Normalität und das ist sehr bedrohlich. Es gibt so viele verschiedene Psychosen und Persönlichkeitsstörungen, wie es Suchtkrankheiten gibt. Natürlich zählt die Sucht zu den Persönlichkeitsstörungen, aber ich trenne sie ganz bewusst, denn schon das Wort Sucht drückt sehr gut aus, was die Menschen bewegt. Sie suchen nach etwas, nach der Erfüllung ihrer Urbedürfnisse, das sie als neugeborener Mensch nicht gestillt bekamen.  Nur danach suchen die Menschen und da sie sie niemlas finden, meist noch nicht  einmal wissen, nach was sie eigentlich suchen, sind sie enttäuscht vom Leben und sofort stellt sich eine Kamikazeprogramm ein und man zerstört sich selbst. Jede Sucht ist ein Selbstmord auf Raten, so wie auch jede Persönlichkeitsstörung und jede Psychose.  Wie auch die Sucht, entstehen Psychosen und Persönlichkeitsstörungen durch die fehlende Erfüllung der Urbedürfnisse als Neugeborener, Säugling und Kleinkind. Es sterben heute nicht mehr so viele Kinder an seelischer Verarmung, aber nur deshalb weil sich über Generationen ein Programm im Menschen entwickelt hat, das ihr Überleben trotz dieser seelischen Verarmung, welches durch das nicht stillen der Urbedürfnisse eines jeden Menschen entstanden ist. Schon die religiösen Praktiken, wie das Beschneiden der neugeborenen Knaben im Judentum, hat dazu geführt, dass ein unnatürlicher Umgang mit Neugeborenen entstand. Die Christen waren nicht viel besser, denn sie unterstützten die Theorie ein Kind müsse schreien, um die Lungen auszubilden und ihr Ego zu verkleinern. Wie dumm, die Religionen doch sind. Ein Kind besitzt bei der Geburt noch kein Ego, auch nicht die Jungs.  Aber auch die Ägypter, die durch ihren Glauben Mädchen beschneiden ließen, verursachten jede Menge seelische Schäden im Menschen. Alles begann vor ca. 5000 Jahren. Ab da, wurde das Urbedürfniss eines Kindes nicht mehr gestillt und ab da mussten sich die genetischen Muster der menschen umprogrammieren, damit sie die Kindheit überleben konnten.  So entwickelten sich von Generation zu Generation immer mehr psychische Krankheiten und Süchte, wobei wir heute wahrscheinlich die Spitze erreicht haben, denn es gibt kaum noch gesunde Menschen. Vielleicht sind unberrührte Naturvölker die Einzigen die noch gesund sind? Jeder Mensch von heute entwickelt je nach Charakter unterschiedliche psychsiche Störungen und Süchte.

Wir haben es  so weit gebracht, dass es uns nicht alarmiert, dass jeder in dieser Gesellschaft süchtig ist oder es zumindest einmal war, dass unsere Gesellschaft voll von psychisch Kranken ist. Im Gegenteil, es ist ja sogar so, dass jene als psychisch krank angesehen werden, die das ganze Ausmaß erkennen und darauf aufmerksam machen.  Man findet jene wunderlich, die sich aus Selbstschutz zurückziehen, weil sie einfach nicht mehr mit diesen kranken Menschen leben können. Was bleibt einem anderes übrig?  Das Zitat von Krishnamurti:“ “Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.” trifft den Nagel auf den Kopf . Aber was mich immer wieder verwundert ist, dass sich auch jene mit psychischen Störungen und Suchtkranke, dieses Zitat auf ihre Fahnen schreiben.  Das Irre ist ja, dass kaum jemand sich seiner Persönlichkeitsstörungen, seiner Psychosen und seiner Süchte bewusst ist.  Fast jeder Mensch belügt sich täglich selbst von morgens bis abends und das gehört schon so dazu wie das Zähne putzen. 

Die Fähigkeit sich ehrlich und bewusst selbst zu reflektieren, ist ein sehr seltenes Phänomen. Leider!  Dazu gehört viel Mut und eine Portion Humor, denn wenn man den Mut hat sich selbst in dem Spiegel, der die wahre Fratze zeigt zu betrachten und ohne Furcht, durch sie hindurch geht, der braucht Humor, um das was er gesehen hat verarbeiten zu können.  Wer die unendliche Geschichte von Michael Ende kennt, weiß, dass Atreju auf dem Weg zur Ujulala durch so einen Spiegel gehen muss. Der Gnom hatte ihm berichtet, dass die meisten schreiend davon laufen, wenn sie ihr wahres Gesicht sehen.  Die meisten Menschen laufen lieber davon und lassen sich von irgendwelchen Gurus oder Religionen davon abbringen sich selbst zu betrachten und das ungeschminkt.  So wird man durch jede Menge Richtungen der Esoterik und der Religionen, regelrecht trainiert, wie man sich neue Masken und Illusionen erschafft und somit nehmen die Süchte und die psychischen Störungen immer mehr zu.

Die bewusste Auseinandersetzung mit den Defiziten und die Trauer darüber, die man seit seiner Geburt erleiden musste, sind der einzige Weg zur Heilung von Süchten, Persönlichkeitsstörungen und jegliche Art von Psychosen.  Das Traurige an der Sache ist, dass die meisten Menschen, die schon ein bisschen begriffen haben, dass sie sich auf den Weg machen müssen, um gesund zu werden, sich immer wieder auf ihrem Weg ablenken lassen. Hier meist wie oben schon erwähnt, durch irgendwelche esoterischen oder religiösen Richtungen und/ oder durch Süchte.  Dies sind Versuchungen des Egos, das einen von seiner Seele ablenken will. Es suggeriert ständig, die Angst davor, die eigenen Abgründe anzuschauen. Angst, vor dem was da auf einen zukommt, ist meist der Grund, warum man nicht ehrlich zu sich ist.  Das Ego ist dermaßen dominant in unserer Gesellschaft, dass es kaum möglich ist, einmal nicht auf den einzelnen – und auf den kollektiven Egofilm zu hören. Wahrscheinlich kann man es wirklich nur dann, wenn man in die Einsamkeit geht, sich zurückzieht von der verrückten Welt und sich nur auf sich konzentriert. Das Irre dabei ist, dass jetzt das Ego sagen wird, dass das Zurückziehen  und die Konzentration auf sich selbst egoistisch sei. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Das Ego ist ein Verwandlungskünstler und wer es nicht begreift, glaubt sogar, dass die eigene Seele zu einem spricht.  Es ist niemals die Seele! Frauen die ihr Prinzip leben, sind selbstlos und sie sind eher dafür geeignet zu sich zu finden und sich zu heilen.  In der unendlichen Geschichte, ist es Atreju, der selbstlos ist. Er hat die Aufgabe, Phantasien zu retten und herauszufinden warum die kindliche Kaiserin krank ist. Das Zeichen Aurin, hilft ihm dabei niemals auf sein Ego zu hören.  Es gibt viele Geschichten, die uns zeigen sollen, dass Heilung nur dann geschieht, wenn wir den Mut haben, uns ehrlich zu begegnen. Jesus ging in die Wüste, um sich mit seinem Ego auseinanderzusetzen. Das Ego wird hier als Satan bezeichnet. Das Ego(Satan) zeigt ihm die schönsten Paläste und alles was das egoistische menschliche Herz begehrt und versucht ihm ständig neue Illusionen zu erschaffen, aber er schafft es diesem Ego nicht zu gestatten Besitz über ihn zu ergreifen. Das wäre die Aufgabe eines jeden Menschen, heute. Aber, wenn es manche gibt, die in die Wüste gehen, lassen sie sich von den schönen Illusionen des Egos gefangen nehmen. Sie kippen um. Das Ego ist heute so mächtig und alles ist seit Generationen damit durchdrungen, dass es kaum jemand schafft, ihm zu entkommen.  Wenn wenigstens die Frauen begreifen würden, dass das Ego so mächtig ist, weil sie nicht mehr ihr Prinzip leben und so den Gegenpol zum egoistischen männlichen Prinzip bilden würden.

Es muss zu allem in dieser Welt einen Gegenpol geben, die beide gleich stark sind, dann gibt es die Einheit und so das Paradies. Die uns allen bekannte biblische Geschichte von Adam und Eva sagt genau das aus (wobei das hier etwas verschwommen ist). Adam und Eva haben vom Baum der Erkenntnis gegessen und ihnen wurde ihr Unterschied bewusst. Sie wurden aus dem Paradies geworfen, weil sie sich bewusst wurden, dass sie nicht mehr Eins sind. Wenn wir begreifen, dass wir zusammen ein Ganzes sind, aber jeder auf seinem Platz, dann ist alles gut, denn dann erfüllen wir die Urbedürfnisse unserer Kinder, die dann zu gesunden Menschen heranwachsen können und erst dann gibt es wieder eine Gesellschaft, die frei von Süchten, Psychosen und Persönlichkeitsstörungen ist.

Es ist also jeder Einzelne von uns gefragt. Leide verursacht das Ego eine „Nach mir die Sintflut“ Mentalität. Die meisten denken, dass es eh schon zu spät ist und das Kind schon im Brunnen liegt, also warum sollte man sich anstrengen und etwas verändern, wenn doch alles einigermaßen zum aushalten ist. Ja, man beschwert sich hin und wieder, aber man nimmt es dann doch hin wie es ist, mit der Ausrede „man könne ja doch nichts tun“. Diese Ausrede ist typisch für eine Gesellschaft mit einem mächtigen Ego.  Oder man will wirklich etwas tun, aber lässt sich auf die Verführungen des Egos ein, die in Form von esoterischen und religiösen Richtungen daher kommen. Die Leute, die euch hier bewusst oder auch unbewusst in die Irre führen, indem sie euch Dinge präsentieren, die alle dem Ego entsprungen sind und euch nicht weiter bringen und schon gar nicht zu euch selbst, sind selbst krank.  Diesen Versuchungen zu widerstehen, weil ihr euch dessen bewusst seit, aus welcher Richtung sie stammen ist eine Kunst, die ich jedem Leser hier von ganzem Herzen wünsche!

In dem Buch „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, beschreibt er sehr oft die Krankheiten unserer Gesellschaft. Ich kann nur empfehlen, dieses Buch, so wie „Momo“ immer wieder zu lesen. Vielleicht kommt bei manchen dann die Botschaft an. Ich denke, er hat sich gewünscht, dass die Menschen begreifen was vor sich geht und es verändern.

 

*Jutta Velten

unendlich1

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