Sterbehilfe, ja oder nein?

Seit 2002 ist in den Niederlanden die Sterbehilfe erlaubt.

Ich denke oft darüber nach und auch über unseren Umgang mit dem Tod und komme immer wieder zum gleichen Ergebnis, nämlich dass wir ein Problem mit dem Tod und dem Abschied nehmen haben, dass wir uns an das Leben klammern.  Angehörige können nicht Abschied nehmen, sie haben Angst vor dem Schmerz und Sterbende klammern sich ans Leben, weil sie kein erfülltes Leben hatten und noch der Illusion erliegen, sie könnten noch etwas ändern.

Ich bin der Ansicht, dass jeder Erwachsene selbst entscheiden kann, ob er sterben möchte oder nicht. Dies gilt auch für Suizid. Wir bilden uns ein, wir könnten über das Leben anderer bestimmen und Menschen, die sich für den Tod entschieden haben, am sterben hindern.  Wir müssen unbedingt lernen, dass der Tod zum Leben gehört, wie die Geburt auch und dass jeder erwachsene Mensch selbst für sich verantwortlich ist.

Irre ist ja, dass der Selbstmord auf Raten durch Konsum von Zigaretten, Alkohol, Tabletten, Nahrung usw. toleriert wird und sich hier keiner aufregt, wenn sich Leute Stück um Stück zugrunde richten. Hier schreit keiner, dass sie das nicht dürfen. Der Selbstmord auf Raten wird nicht als Selbstmord gesehen und deshalb greift hier keiner ein. Ja, man sagt sogar, dass jeder Mensch schließlich selbst entscheiden kann, ob er sich zugrunde richtet oder nicht. Nur wenn es dann darum geht, dass ein Mensch den sofortigen Tod dem Selbstmord auf Raten vorziehen möchte, kommt er bei einem gescheiterten Versuch in die Psychiatrie mit der Begründung man müsste diesen Menschen vor sich selbst schützen. Ich finde das ziemlich irrwitzig! Demnach müsste man den größten Teil der Nation wegsperren, weil sich die meisten einen Selbstmord auf Raten gönnen.

Meiner Erfahrung nach, sind besonders jene, die den Selbstmord auf Raten leben, indem sie sich mit allem Möglichen zugrunde richten, diejenigen die Angst vor dem Tod haben, die nicht loslassen können und die sich an alles klammern, was sie greifen können, aber nicht davor halt machen dem Tod durch ihr Verhalten früh und vor allem qualvoll zu begegnen.

Die Niederlande sind für mich einen Schritt weiter, obwohl ich gelesen habe, dass man nur dann Sterbehilfe bekommt, wenn der Fall hoffnungslos ist. Aber auch das finde ich schon mal ganz gut. Es würde weniger Menschen geben, die sich in Heimen herumquälen müssen, wenn es überall erlaubt wäre. Wovor haben wir denn bei der Sterbehilfe Angst? Ein erwachsener Mensch möchte aus dem Leben scheiden, egal aus welchem Grund und bittet darum sterben zu dürfen, dann darf man das meiner Meinung nach nicht verweigern. In Deutschland wandert man ins Gefängnis, wenn man dem Bitten eines Menschen mit diesem Wunsch entspricht. Also werden die Leute in Heime gegeben und dort ebenfalls auf Raten umgebracht, indem man ihnen nämlich Medikamente verabreicht, die langsam töten. Verrückt!

Das Thema Tod wird in unserer Gesellschaft ebenso verzerrt, wie das Thema Leben. Man weiß nicht wie man richtig leben soll und demnach hat man auch keine Ahnung wie man richtig sterben soll. Die meisten sind ja auch der Meinung, dass man krank sein muss, um zu sterben. In unserer Gesellschaft gibt es wahrscheinlich keinen, der eines natürlichen Todes stirbt, obwohl die Ärzte einen natürlichen Tod bescheinigen, wenn kein Mord oder Selbstmord vorliegt.  Ein wirklicher natürlicher Tod, ist nur dann der Fall, wenn das Herz eines Menschen stehen bleibt und das nicht krankheitsbedingt, sondern  wenn es zu alt ist, um weiter zu schlagen. Die Aborigines konnten spüren, wenn es Zeit war zu sterben und sich noch von ihre Familienmitgliedern verabschieden.  Diese feierten dann meist noch ein Abschiedsfest und ließen die oder den Alten dann zurück, damit er oder sie in Ruhe sterben konnte.

Naturvölker wissen, dass wir einen Weg miteinander gehen und dieser Weg sich immer wieder gabelt und wir uns so immer wieder von Menschen die wir gern haben lösen müssen. Sei es durch den Tod bedingt, oder einfach, weil der gemeinsame Weg endet.  In unserer Gesellschaft haben wir wahnsinnige Probleme, uns von anderen zu verabschieden, sie loszulassen. Die meisten wehren sich gegen diese natürlichen Abläufe der Natur und halten mit aller Macht etwas fest, das man loslassen müsste.

Ich würde sagen, wir sollten uns dringend mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen. Die Leute kommen mir manchmal vor, wie kleine Kinder, die sich hinter einem Vorhang verstecken und meinen man würde sie nicht finden. Der Tod findet uns alle und es wird uns leichter fallen damit umzugehen, wenn wir uns damit auseinandersetzen.  Ebenso sollten wir uns bewusst machen, dass man im Leben nichts festhalten kann, was gehen will oder gehen muss, wird gehen, da hilft alles Klammern nichts.  Wir haben die Wahl, ob wir lernen loszulassen und uns bewusst  machen, dass dies der Lauf der Natur ist, oder uns hinter den Vorhang verkriechen und hoffen, dass man uns nicht findet. Die Angst vor dem Schmerz lässt uns gegen die Natur arbeiten. Wir sind Meister darin Schmerz zu vermeiden, indem wir jeglichen Schmerz betäuben. Abschiedsschmerz kann man natürlich auch mit vielem betäuben, aber irgendwann müssen wir ihm trotz der Betäubung ins Auge blicken.

In unserer Gesellschaft laufen eh nur noch betäubte Menschen herum. Das Betäuben bis hin zur Bewusstlosigkeit, fängt schon in der Kindheit an. Unsere Gesellschaft ist geprägt durch bewusstlose Menschen. Jegliche Art von Betäubung zieht die Bewusstlosigkeit nach sich. Und es ist keineswegs so, dass Bewusstlose die Augen geschlossen haben. Die meisten Bewusstlosen laufen mit offenen Augen durchs Leben, aber sehen nichts, sie sind nicht fähig bewusst etwas zu erleben. Die Naturgesetze beinhalten nun mal Schmerz, so wie sie auch Wohlsein beinhalten. In einer Polarität gibt es immer Gegensätze. Der Mensch versucht die für ihn negativen Dinge zu eliminieren, aber dieser Schuß geht nach hinten los. Es ist schlichtweg nicht möglich etwas zu vermeiden, was dazu gehört.

Wir können also aufhören, alles was uns nicht passt zu bekämpfen und damit anfangen, es anzunehmen, weil es zum Leben dazu gehört!

 

*Jutta Velten

 

PS: übrigens ist das Denken der meisten so verzerrt, dass wir zum Beispiel unseren Kindern Schmerz z.B. bei Impfungen zumuten und noch glauben das wäre richtig so. Aber dieser Schmerz ist nicht natürlich und somit auch nicht gerechtfertigt! Hier scheinen die meisten keine Skrupel zu haben ihren Kindern Körperverletzungen zuführen zu lassen.  „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ sprichts zu älteren Kindern und schmeißt sich selbst Psychopharmaka und Antischmerzpillen ein, um sich selbst zu betäuben und Schmerz nicht zu fühlen und hier sprechen wir von meistens natürlichem Schmerz. *kopfschüttel*

Junge-Voegel

 

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