Die Frau die vorausgeht

Ach, wie schööön! Es gibt mal wieder einen romantischen Film über die Ureinwohner Amerikas. Ein Film dessen Geschichte frei erfunden ist, aber deshalb nicht weniger Frauen in die Kinos lockt, damit sie sich in eine neue Traumblase begeben können.

In diesem Kitschfilm, reist eine weiße  Frau im Jahre 1889 von New York nach North Dakota, in das Land  der Indianer, um einen berühmten Indianerhäuptling der Hunkpapa Lakota, der unter dem Namen „Sitting Bull“ bekannt wurde, zu malen.

In diesem Film geht es zum einen mal wieder um eine emanzipierte Frau, die so mutig ist zu den Indianern zu reisen und dabei einige Ohrfeigen von den eigenen Leuten kassiert und sich beschimpfen lässt. Wow! Wie mutig! Dann verliebt sie sich logischerweise auch noch in den Häuptling. „Ahhhhh, wie scheee“!

Dieser Film zielt natürlich mal wieder auf das weibliche Publikum ab, damit die Frauen mal wieder was zum Träumen haben. Die psychologische Mainstreammedienführung der Eliten, wissen natürlich, dass Frauen sich gerne mit solchen „Heldinnen“ identifizieren und man sie so ins Träumen bringt, damit die Realität nicht wahrgenommen wird. Man verschleiert so auch die Massaker, die Weiße an den Ureinwohnern Amerikas verübt haben, auch wenn man Gräber im Film sieht, Gräber mit christlichen Kreuzen (*lach) wohlgemerkt, wird trotzdem diese Indianergeschichte völlig romantisiert.

Wenn man nun die Biographie des Häuptlings der Hunkpapa Lakota kennt, dann weiß man, dass er sich sicher nicht von einer weißen Frau hat zeichnen lassen. Er hatte genug damit zu tun, sich die weißen Räuber vom Hals zu halten. Auch eine Romanze zwischen einem Indianer und einer Weißen ist denkbar unmöglich zu dieser Zeit (obwohl das auch gemunkelt wird) . Mir erscheint der Film wie eine neue Geschichte á la Karl May. Der Schauspieler der „Sitting Bull“ hier spielt ( Michael Greyeyes) ist zwar ein wahrhaftiger Indianer, dem es aber nur darum geht möglichst viel Geld zu machen, sonst würde er niemals bei solchen Märchenfilmen über sein Volk mit spielen. Er verrät sein Volk auf diese Weise selbst und hilft mit ein völlig verzerrtes Bild von den Indianern dieser Zeit zu zeichnen. Ich kenne persönlich Lakota Indianer, die solche Filme überhaupt nicht akzeptieren. Zur Verzerrungsstrategie gehört natürlich, dass man die Greueltaten von damals überhaupt nicht mit heute zusammenbringt.   Man raubte den Indianern Land, man missionierte sie (das wird bis heute versucht), man hat ihnen viel Leid zugefügt, aber es scheint, dass dies alles in der Vergangenheit war. Aber, dass heute immer noch die Indianer von ihrem Land verdrängt werden (siehe Amazonasgebiet) und dass sie in ihren Reservaten vor sich hinvegitieren, sie unglücklich sind und sich mit Drogen vollpumpen, um diesen Wahnsinn, der auf der Erde vor sich geht nicht bei vollem Bewusstsein erleben zu müssen, das wird in solchen Filmen nicht thematisiert!

Früher, ja früher waren die Weißen böse! Was sind sie bitte heute? Hat ein Weißer jemals den Indianern gesagt: „Es tut uns Leid, hier habt ihr euer Land zurück“ und haben die „neue Welt“ verlassen, oder sich zumindest den Indianern untergeordnet?

Und bitte Frauen, wenn euch gefällt, was diese Frau im Film spielt, dann macht das mal in eurem wahren Leben und steht auf und kämpft dafür, dass der Ursprung der Weiblichkeit gelebt wird. Indianerinnen lebten ihren Ursprung und das bis heute, wenn es ihnen möglich ist. Hört einmal auf, diese Hollywood-Schnulzen anzuschauen und euch da hineinzuträumen, sondern schaut euch die Realität an und hinterfragt einmal warum alles so gekommen ist.

Aber natürlich wird es ein Kassenschlager werden! Die Frauen werden zuhauf in die Kinos strömen und danach träumend aus ihnen heraustreten, sich mit ihrer Heldin identifizieren und sich in die Vergangenheit träumen und diese romantisieren.  Sie werden sich alle so einen Mann wünschen und darüber enttäuscht sein, dass ihr Partner so gar nichts mit dem „Sitting Bull“ gemein hat. 😉

Aber glaubt mir, zum einen hat dieser „Sitting Bull“ nicht so toll ausgesehen (siehe Fotos, wobei man hier immer einen ca 50 Jahre alten Mann sieht, es gibt keine Fotos von einem jungen „Sitting Bull“) wie der Schauspieler im Film  und zum anderen waren Indianer polygam. In Wahrheit hätte das die meisten Damen doch ganz schön gestört. 😉 Und zu guter Letzt war der Indianer überhaupt nicht für die Emanzipation. Entweder sie haben Frauen auf gleicher Höhe betrachtet, oder sie auch nur als ihre Dienerinnen. Das Ego Wachstum des Mannes hat sich weltweit ereignet nicht nur unter den Weißen. (warum, erkläre ich in meinem Buch, das demnächst erscheint).

*Jutta Velten

393px-Sitting_Bull_by_Goff,_1881

Foto von Wikipedia

 

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