Einheit, Wiedervereinigung?

Das was hier in Deutschland gerade passiert, ist eine ziemlich fragwürdige Entwicklung. Da stehen sich Menschen gegenüber, und schreien sich Beleidigungen ins Gesicht und das besonders heute, am Tag der Einheit! Wo ist hier bitte eine Einheit? Die Euphorie die bei der Maueröffnung geherrscht hatte, ist schon lange verflogen, nichts mehr ist übrig von der Freude, die damals zwischen den Deutschen zu sehen war.

Vielleicht liegt es daran, dass die junge Generation, die sich zur Zeit überwiegend gegenseitig anfeindet, die Mauer nicht mehr erlebt haben und die einfach nur unzufrieden sind, da sie Mütter hatten, die auch emotional hinter einer unüberwindbaren Mauer saßen und ihren Kindern nicht ihre Urbedürfnisse erfüllen konnten? Natürlich haben das auch hier die Mütter getan, aber im Westen waren wenigstens doch noch viele Mütter, zu meiner Kindheitszeit, zu Hause bei ihren Kindern. Auch wenn damit nicht alle Urbedürfnisse der Kinder gestillt wurden, aber wenigstens wurden sie nicht in dem Ausmaß fremdbetreut, wie es in DDR der Fall war. Kinder die fremdbetreut werden, verlieren ihren Halt, ihre Empathiefähigkeit, ihre Sensibilität und vieles mehr. Wenn diese Kinder zu Erwachsenen werden, suchen sie sich Menschen an denen sie ihren Schmerz abarbeiten können und leider nicht die eigenen Eltern sondern völlig Fremde, die nichts mit ihrem Leid zu tun haben.

Ich bin eine Westdeutsche und kenne die DDR noch aus Besuchen. Schulfahrten nach Berlin waren damals in unsern Schulen beliebt und wir waren natürlich so konditioniert, dass wir die DDR Bürger einerseits bedauerten und andererseits komisch fanden. Natürlich hatte man uns erklärt, dass die da drüben, nicht frei waren, sie quasi in einem großen Gefängnis saßen. So haben wir uns mit ihnen gefreut, als die Mauer geöffnet wurde. Heute weiß ich, dass es alles nur der Machtelite diente und nichts mit den Menschen zu tun hatte, die dachten und zum größten Teil immer noch denken, es sei ihr Verdienst gewesen. Wenn die Machtelite nicht ein bestimmtes Ziel damit verfolgt hätte, würde die Mauer heute noch stehen und die Montagsdemos des Ostens wären blutig niedergeschmettert worden. Es gab ja durchaus solche Beispiele in der Vergangenheit.

Man hat uns zusammengewürfelt und wir wurden nicht gefragt, ob das überhaupt gut gehen kann, wenn man nach 28 Jahren ein Volk wieder vereint, das so völlig anders aufwuchs. Ich bin davon überzeugt, dass die Nachwirkungen dieser abrupten Vereinigung von Ost und West, heute noch zu spüren sind. In der DDR sind die Deutschen ohne besonders viel mit Ausländern konfrontiert zu werden aufgewachsen und deshalb hat sich bei vielen, die nun Eltern und Großeltern der jetzigen Jugend sind eine Ausländerfeindlichkeit gebildet, ohne dass ihnen das bewusst war.  Die Westdeutschen lebten mit den Ausländern, die kurz nach dem Krieg zu uns kamen. Wir gewöhnten uns an sie, wir wuchsen mit ihnen auf. Natürlich gab es auch hier Ausländerfeindlichkeit, aber nicht in dem Ausmaß, wie das im Osten der Fall war und ist. Ich würde die Menschen im/aus dem Osten nicht in eine „rechte oder NAZI Schublade“ stecken wollen, denn ich bin davon überzeugt, dass sich die meisten selbst nicht als solche sehen, aber sie haben einen ganz anderen Bezug zu Deutschland und Ausländern, wie die meisten Westdeutschen das haben. Die Jugend die nach den Vorbildern ihren ostdeutschen Eltern und Großeltern aufwuchsen, haben offensichtlich eine völlig anderen Vorstellung von Deutschland, wie wir im Westen das haben. Sie glaubten, hier wären sie frei und es gäbe eine Demokratie. Erst jetzt wird ihnen so langsam klar, dass sie vom Regen in die Traufe kamen.  Diese Erkenntnis hat viele verbittert und diese  Verbitterung haben sie auch noch an ihre Kinder weitergegeben.  Aber auch die Westdeutschen sind verbittert, denn auch sie sind nach dem Krieg an der Nase herumgeführt worden, was die meisten bis heute nicht wahrhaben wollen. Beide Seiten suchen sich nun ein Feindbild und was liegt da näher als den Nachbarn zum Schuldigen zu erklären? Die Ausländer sind nur der Auslöser.

Die Gewalt und die Morde, die Ausländer verübt haben und verüben, sind Verbrechen und gehören bestraft, aber als es noch nicht so viele Zuwanderer gab, gab es auch täglich Mord und Totschlag in Deutschland, das wurde nur nicht erzählt. Die Öffnung der Grenzen, sind nur dazu gemacht, um die Menschen in Deutschland zu einem Bürgerkrieg zu bewegen.  Es wird Verwirrung gestiftet, man wirft alles in einen Topf und macht damit alles immer schlimmer! Es gibt nur wenige, die wirklich überblicken, was hier los ist. Jene, die sich nun auf der Straße gegenseitig anfeinden, überblicken nichts. Sie lassen sich durch die Medien aufhetzen, verunsichern und Angst einjagen, anstatt sich einmal zurückzunehmen, sich hinzusetzen und den Inhalt des Topfes zu untersuchen und sich die Mühe zu machen, aufzudröseln, um was es hier in Wirklichkeit geht.

Dazu muss man anfangen Bücher zu lesen, sich Vorträge von Menschen anzuhören, die in der Friedensbewegung tätig sind, die neutralen Journalismus betreiben und die das an die Oberfläche bringen, das von der Machtelite und den Kartellen unterdrückt werden soll. jenen, die hier aufeinander los gehen, muss endlich einmal klar werden, dass wir noch nie eine Demokratie hatten und dass wir in einer Wirtschaftsdiktatur leben. Die meisten sitzen in ihren Seifenblasen und glauben immer noch, was die Mainstreammedien ihnen eintrichtern. Sie bemerken, immer noch nicht, wie man sie tagtäglich manipuliert.

Wir haben es hier nicht nur mit Kriegsflüchtlingen zu tun, sondern mit Wirtschafts – und Klimaflüchtlingen und hier trägt jeder Einzelne von uns die Verantwortung! Schließlich leben wir sehr gut auf Kosten anderer Völker und dann beschweren wir uns, wenn sie zu uns kommen. Natürlich nutzt die Politik diese Tatsache für sich und schlachtet das Ganze aus, um das zu bezwecken, das sich im Moment in Deutschland abspielt. Würden wir das mal begreifen, dann könnten wir nämlich die Verantwortung übernehmen und zusammen gegen die Politik der Machtelite und der Kartelle vorgehen.

Ein friedliches Deutschland sollte unser Ziel sein! Ein Deutschland, wo Menschen zusammen friedlich gegen die unmenschliche und unnatürliche Politik demonstrieren!

©Jutta Velten

 

PS: Am Beispiel „Hambacher Wald“ kann man sehen wie es geht, wenn Menschen an einem Strang ziehen.

 

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Dieser Beitrag wurde am 3. Oktober 2018 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar

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