Archiv | 31. Oktober 2018

Samhain

So reichen wir dem Tod die Hand
und tanzen mit ihm über Feld und Land.
Nur wer das Leben fürchtet,
fürchtet auch den Tod,
und ist wirklich sehr in Not.

Samhain, das Fest, das wir mit den Ahnen feiern,
nichts lässt sich heute Nacht verschleiern.
Die Ahnen sind nah, kannst du sie spürn‘
sie greifen nach deiner Hand und wollen dich führn‘.

 Sei mutig und steige hinab,
mit ihnen ist das kalte Grab
und begegne den dunklen Gestalten
damit sie dich nicht vom Leben abhalten.

Am Morgen kehrst du durch den Nebel zurück,
und stellst fest, du bist am Leben – was für ein Glück.

Nun fürchtest du nicht mehr Tod noch Leben,
und kannst nach dem Lichte streben.

Samhain, lass‘ es dir sagen,
ist nichts zum Klagen.
Es ist das das Hexen Neujahrsfest,
indem das Alte uns verlässt.

Das Ende ist auch immer ein Anfang,
und nie ein Untergang.
Reiche nun dem Ende die Hand
so spürst du ein starkes Band-
es führt dich dein Leben lang,
immer im Einklang.

©Jutta Velten 2016

Samhain

 

Samhain

Samhain ist das keltische Neujahrsnachtfest, an dem der Übergang vom Sommer in den Winter, der Übergang vom Leben in den Tod gefeiert wird.  In dieser Nacht, so glaubt man sind auch die Übergänge zu unseren Vorfahren besonders durchlässig, so dass sie  uns besuchen können.

Die Jahreszeit wechselt, die Zeit der Dunkelheit und der Kälte wird nun erwartet. Es ist die Zeit des Rückzugs. Die Natur zieht sich in den Schoß der Mutter Erde zurück, um dort zu ruhen, bis sie im Frühjahr wieder geboren wird. Samhain wie auch Beltane im Frühling sind die wichtigsten Feiertage der Kelten, denn sie zeigen dem Menschen den Kreislauf der Natur auf und da der Mensch Teil dieser Natur ist, erkennt er, dass auch er nicht stirbt, sondern in einer anderen Hülle wiedergeboren wird.

Wie alle keltischen Feste wurde auch Samhain durch den christlichen Glauben und später noch zusätzlich durch den Kommerz verfälscht. Heute feiern die Christen am 31.Oktober ( besonders die Evangelisten) ihre Spaltung zwischen zwei christlichen Richtungen, die Reformation durch den Mönch Martin Luther und Halloween von den Kommerzjunkies besonders in der westlichen Welt. Am 1. November gedenken vor allem die älteren katholischen Generationen  hierzulande an ihre Ahnen und gehen dabei auf den Friedhof, um zu trauern, alles Menschen mit Loslösungsproblemen, die sich ewig an etwas klammern, was wahrscheinlich längst wiedergeboren ist.

Samhain wird auch als der höchste Feiertag der Hexen/ weisen Frauen bezeichnet, da sie es sind, die zwischen den Welten wandern können. Sie haben hellseherische Kräfte und sie waren es, die das Leben wie auch den Tod begrüßten, als Hebamme und als Begleiterin der Sterbenden. An Samhain bat man weise Frauen, das nächste Jahr vorauszusehen und man erwartete eine positive Botschaft. Aber auch hier hatten es die weisen Frauen schon damals nicht leicht, denn wenn sie ehrlich sagten, was die anderen nicht hören wollten, behandelte man sie schlecht und schloß sie aus der Gemeinschaft aus, auch wenn die wahren Vorhersagen eintraten, waren sie es dann sie, die Schuld daran hatten ( was auch noch heute so ist). So entstanden dann, die wunderlichen und oft furchterregenden Geschichten ( die später immer weiter aufgebauscht wurden) über diese Frauen. Meist lebten sie abgeschieden und halfen nur, wenn die Leute zu ihr kamen und sie um Hilfe baten. Ansonsten war sie Einzelgängerin, da auch sie kaum etwas mit den Menschen in ihrer Gemeinschaft anfangen konnte, weil sie es kaum fassen mochte, wie ihre Mitmenschen sich immerzu nur selbst belogen und sich gegenseitig etwas vorspielten.

Bleibt heute Abend mal alleine und sperrt jeglichen Kommerz aus! Zündet euch Kerzen an, zieht euch zurück, werdet still und lauscht nach innen. Schreibt auf oder malt was ihr hört. Verbindet euch mit euren Ahnen und lernt von ihnen, denn sie führen euch!

Ich wünsche euch ein glückliches Samhain.

Eure Jutta

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