Gedanken zur Würde des Menschen

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Was ist denn die Würde des Menschen und kann die Würde des Menschen unterschiedlich in den verschiedenen Lebensabschnitten bewertet werden? Ist die Würde eines Menschen mehr wert, wenn man produktiv ist und Steuern zahlt, als die eines Kindes, eines Kranken oder eines alten Menschen?

Für mich gehört zur Würde des Menschen, nicht das Gehalt, nicht seine Produktivität, sondern alleine schon als Lebewesen besitzt er eine Würde. Dazu gehört auch die Würde zu einem selbstbestimmten Leben und nicht eines Lebens das aufoktroyiert wurde. Der Zwang heute tarnt sich zwar als Selbstbestimmung, aber das ist ebenso eine Lüge, wie unser gesamtes Weltbild eine ist, unter dem wir aufwachsen.

Ich beschäftige mich gerade sehr mit der Würde des Menschen und vor allem, wie es um die Würde steht, wenn der Mensch nicht nach den Normen funktioniert, denn sobald man nicht nach den Standards der Behörden funktioniert, besitzt man keine Würde mehr.

Menschen werden nur dann würdevoll behandelt, wenn sie Geld haben, jene, die es nicht haben, werden ihre Würde los, man spricht ihnen die Würde ab.

Als hochsensibler Mensch, der nicht nach der Norm funktionieren und leben kann, wird wie ein kranker Mensch betrachtet und besitzt keine Würde. Man wird geächtet, man wird für nicht ganz richtig erklärt und es gibt sich keiner die Mühe und schon gar nicht Behörden, diesem Menschen würdevoll zu begegnen.

Ein Mensch ohne jegliche Perspektive sieht nur noch den Ausweg des Todes, da er nur so noch seine Würde wahren kann. Wenn man keine Perspektive mehr hat, weil man nicht die Chance bekommt sich eine Perspektive aufzubauen, nimmt sein Leben selbst in die Hand und beugt einem würdelosen Leben im Alter vor, indem er geht.

Ist es denn würdevoll, bis zu seinem Tod ein Sozialfall zu sein? Ist es denn würdevoll, Menschen in Pflegeheime und Altenheime abzuschieben, weil sie nicht mehr so funktionieren, wie sie müssten?

Ist es da nicht sinnvoller, man behält seine Würde und zieht den Stecker, solange man es noch selbst tun kann?

Ich bin der Meinung, dass ein selbstbestimmter Tod, eine würdevolle Art ist, in ein nächstes Leben überzugehen, anstatt noch einige Jahre oder gar Jahrzehnte, ohne Würde in Altersarmut leben zu müssen oder wenn man krank wird in einem Heim dahin zu vegetieren!

Wenn man jegliche Perspektive genommen bekommt ( das ist vor allem der Job der Behörden) , man ohne Hoffnung ist, weil man der Realität ins Auge blickt und die Illusion erkennt, an der man festhält oder die einen festhält, dann ist ein selbstbestimmter würdevoller Abschied doch nur noch das, was man tun kann.

Das macht Mitmenschen betroffen, sie wollen nicht, dass Menschen selbst entscheiden wann Schluss ist. Nein! Man wird mit allen Mitteln daran gehindert. Vor allem die Angehörigen haben ein Problem damit, denn es ist nicht der Verlust, der sie schmerzt (oder wenigstens in den seltensten Fällen) sondern es ist das schlechte Gewissen. Aber warum sind sie denn nicht ehrlich? Wenn sie im Leben keine Zeit für ihre Mutter und ihren Vater haben (oder nur dann Zeit haben, wenn diese sie mit Geld kaufen) oder sie sich von ihren Eltern /einem Elternteil distanzieren, da schmerzhafte Muster immer wieder hochkommen und sie dann am Grab weinen und sich wundern, warum einer seine Würde behalten wollte , um nicht im Alter aus Mülltonnen Flaschen zu sammeln oder in einem Heim zu versauern, dann sollten sie diese Entscheidung nicht beweinen und ehrlich zu sich selbst sein. Es wird immer geredet: “ Ach wenn sie/er doch was gesagt hätte, wir hätten uns um sie/ihn gekümmert.“ Was für eine Lüge! Hinterher, kann man immer schön reden, um sein Gewissen zu beruhigen. Es gibt immer Gründe, warum Kinder sich von ihren Eltern distanzieren und das ist ja auch gut so, aber dann sollten sie wenigstens so ehrlich sein und dies vor sich und ihrem Gewissen zugeben.

Warum sollte man denn nicht in voller Würde mit 50 Jahren die Entscheidung treffen, das diesseitige Leben hinter sich zu lassen? Wenn man keine Möglichkeiten mehr geboten bekommt, das tun zu dürfen, was man tun möchte und noch tun kann? Wenn man sich ausrechnen kann, wie die Zukunft aussieht und diese Zukunft nicht mehr lebenswert und würdevoll erscheint, weil man schlicht die Realität erkennt und eine Entscheidung trifft? Was ist daran verwerflich?

Menschen rauchen, konsumieren Alkohol, Tabletten und andere Drogen und begehen so einen langsamen Selbstmord, der vollkommen gesellschaftlich akzeptiert wird, aber wehe ein gesunder Mensch entscheidet sich dieses Leben hinter sich zu lassen, dann ist der Aufschrei groß!

Sind wir doch mal ehrlich, heutzutage kann man nur in Würde alt werden, wenn man es sich leisten kann, man finanziell abgesichert ist. Was für ein Leben wartet denn auf jene die mit 50 nicht mehr nach der Norm funktionieren und dazu noch arm sind? Frührente, Hartz IV, Alterssicherung, ein Leben mit 800€ im Monat in einer Sozialwohnung, einer Mietskaserne, mit Dosenfutter, krank, weil die industrielle Nahrung krank macht, man Depressionen bekommt, weil man genau spürt, dass man eigentlich nur noch als Konsument und hier besonders der Pharmaindustrie dient? Tagein, tagaus aus dem Fenster oder in die Glotze starrend und so die Zeit absitzend, die man vielleicht auch hätte in einem anderen Leben besser nützen können?

Man wird als depressiv gehalten, wenn man davon spricht, dass man sich gerade mit dem Tod auseinandersetzt, mit einem würdevollen Abgang, man wird in die Psychiatrie eingeliefert, bekommt Therapien und man soll an Programmen für die Zeit nach der Klinik teilnehmen, die einen wieder in die Form der Norm pressen soll, damit man nach Standard funktioniert. Vielleicht noch ein paar Jahre, um dann mit 60 an Krebs zu erkranken, weil man nur wieder so funktioniert hat, wie es die Gesellschaft verlangt? Warum tun wir das denn?

Keiner möchte wirklich gehen, ganz egal ob man 20, 30, 40, 50 oder gar 90 Jahre alt ist, aber warum an etwas festhalten und hoffen, dass es anders wird, wenn man der Realität ins Auge blickt? Was ist das für eine Moral, an der Menschen festhalten und andere hindern, selbst zu entscheiden, wie lange sie leben möchten? Abschiednehmen tut nicht nur den Angehörigen weh, sondern auch jenen, die gehen müsse/wollen, egal wie alt man ist, außer man ist ein Pflegefall und wird so sediert, dass man nichts mehr mitbekommt und das nenne ich dann die feige Art sich zu verabschieden.

Die Aborigines in Australien, sagen ihrer Gemeinschaft ihren Mitreisenden (denn sie sehen sich als Reisende auf dieser Erde), dass es nun Zeit wird zu gehen und dann feiern sie zusammen ein Abschiedsfest und lassen den Menschen, der sich entschieden hat, diese Leben hinter sich zu lassen, zurück. „Wenn es am schönsten ist, sollte man gehen.“

Unsere Gesellschaft ist in dieser Beziehung, wie sie es fast überall ist verlogen und man muss sich heimlich davon stehlen, wenn man früher als es der Standard verlangt seinen Hut nimmt. Es wird immer viel von Würde geredet, aber wenn es um die Würde geht, dann wird sie vehement ignoriert.

Ich wünsche mir, ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben, indem ich entscheiden kann, wann der Zeitpunkt gekommen ist, aus diesem Leben zu gehen.

Ich wünsche dir ein würdevolles neues Jahr und bedanke mich für deine Aufmerksamkeit.

Deine Jutta


4 Kommentare

  1. Ich würde die Würde einfach abschaffen, dann gibt es nämlich weniger eingebildete Menschen, die gewürdigt werden möchten. Ich z. B. habe mich begeistert daran gewöhnt für alle der Unwürdigste zu sein, seit ich mir meiner Worte bewusst bin, brauche ich nämlich von den würdigen Muttersprachexperten der vergoldeten Regel nicht mehr den geringsten Heiligenschein. Ist das denn nicht gemein, denn was würde ich wohl ohne die, die mich nicht würdigen sein? Sicherlich ein Mensch von der Stange, doch solche machen es kurz und leben nicht lange.

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    • Ach so, mir ist da noch etwas eingefallen: Ich würde die Menschen Würdigeraner nennen, denn sie sind in ihrer Unwissenheit so würdig, dass kein Würdigender mehr an den Gewürdigten ran kommt, beide haben nämlich vor ihrer würdigen Unwissenheit Angst, und vor allem, dass der andere da etwas von mitbekommt.

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    • Hallo, das ist ja traurig, wenn sich jemand selbst als würdelos empfindet. Jedes Lebeswesen ist ein würdevolles Wesen, , leider wird man aber von Behörden, Politiker etc. zu würdelosen Wesen gemacht, damit man diese besser bekämpfen und ausbeuten kann. Deshalb ist der Artikel 1 des GG nur eine Floskel, was sehr bedauerlich ist.
      Du bist also ein Mensch ohne Würde und möchtest auch nicht dass man dich würdevoll behandelt? Das heißt also jeder kann mit dir machen was er möchte, und du machst mit anderen was du möchtest?

      Die Würde behinhaltet den „Wert“ und den „Respekt“. Ohne Würde ist man nichts wert und wird respektlos behandelt, wie das ja auch durchaus der Fall ist, von Seiten der Behörden.

      Es tut mir sehr Leid, wenn du dich für Unwürdig hälst.

      Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr und dass du die Würde wiedererlangst.

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      • Warum soll ich würdig sein wie alle, die mit babylonisch geregelten Informationsvokabular umgehen, soll ich genau so würdig sein wie sie und dabei meine eigen Worte nicht verstehen, unter solch einer Würde würde ich durchdrehen. Das heißt aber nicht, ich würde vor denen die allen die Würde nehmen wollten untergehen, denn da ich kein Babylonier bin, deswegen würden sie vor meinem durchdringenden Geist nicht bestehen, ich würde ihnen, um sie zu würdigen, ihre Worte so im Munde umdrehen, dass sie einfach nur mal so vor dem Schöpfer des Wortes auf die Knie gehen.
        Jeder kann genau das in meinem Blog einsehen.

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