Mit 50 in eine WG

Ich wage es. Ich ziehe nun mit fast 50 in eine WG auf einem Hof an der Ostsee. Heutzutage kann man sich ja nicht mehr die Mieten leisten, und deshalb gibt es 50 plus WG’s. Zuletzt habe ich mit 19 in einer WG gewohnt und ich bin gespannt, ob es sich wieder so anfühlt wie damals. Mein Traum von einer Selbstversorgergemeinschaft rückt so etwas näher. Es gibt Tiere auf dem Hof und genügend Fläche um einen Permakulturgarten anzulegen. Natürlich ist die Gemeinschaft klein, aber jeder fängt ja schließlich mal klein an 😉

Wenn ich dann umgezogen bin, habe ich vielleicht endlich mal wieder meinen Kopf frei, um mein Buch fertig zu schreiben. Das letzte Jahr, war für mich ein einziges Jammertal. Alles, aber wirklich alles lief schief und ich habe wirklich schon geglaubt, das sei das Ende. Deshalb ist es jetzt umso schöner, dass es doch wieder aufwärts zu gehen scheint und ich bin so dankbar dafür. Ich weiß, dass einige auf mein Buch warten, aber ich bin kein Roboter und brauche einfach Zeit. Wenn es mir schlecht geht, kann ich höchstens Artikel und manchmal auch kleine Geschichten schreiben, aber gerade Gedichte und das Buch brauchen sehr viel mehr Aufmerksamkeit und vor allem einen „leeren“ Kopf, ohne Gedanken an die Sorgen die man hat. Wenn es an der Zeit ist, dass mein Buch fertig werden soll, dann wird es das sicher auch. Vieles was ich hier veröffentliche kommt so und so zum Teil in meinem Buch vor. Deshalb verpasst ihr sicher nicht sehr viel. 🙂

Jetzt geht es erst mal wieder daran, Kartons zu packen und das ist nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung, aber leider kann ich mir kein Umzugsservice leisten, die mir alles einpacken. Aber auch das schaffe ich dann schon auch noch. Ende Februar geht es dann knapp 400 km quer, von der Nord-zur Ostsee. Ich freue mich darauf und bin gespannt, wie das Leben dort wird. Im Grunde ist das sehr typisch für mein Leben. Es wird nie langweilig, weil ich diese spießige Langeweile hasse. Ich war noch nie ein Mensch, der so wie die Norm lebte. Oft muss ich daran denken, wie Freunde von damals, die mit den langen Haaren und alles andere als spießig, heute die totalen Spießer sind. Ich frage mich dann immer wieder, wie das wohl kommt? Ich denke, die haben einfach alle irgendwann resigniert und sich angepasst, weil das ja bequemer ist. Ich bin zum Glück nicht so geworden und bin meiner Einstellung treu geblieben. Natürlich ist das nicht leicht und ich kämpfe oft in meinem Leben, weil ich mich eben nicht in Formen pressen lassen kann und will. Es macht mich aber auch unglaublich stolz, weil ich irgendwie immer wieder aufstehe, so wie Bellis, das Gänseblümchen, das zwar klein und unscheinbar ist, aber es ist einfach nicht kleinzukriegen.

Ihr werdet von mir hören….

©Jutta Velten



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