Die Unfähigkeit der Masse sich begeistern zu können

Seit dem Hirnforscher Gerlad Hüther wissen wir, dass Menschen nur dann lernen, wenn sie sich für etwas begeistern können. Nun leben wir leider unter Menschen, die meist nichts mit der Begeisterung der Kinder, aber auch anderer Erwachsener anfangen können, ja die ihnen sogar bedrohlich vorkommt und sie deshalb versuchen dem Begeisterten jede Motivation zu nehmen.

Ich beobachte das sehr stark in unserer Gesellschaft und bekomme es am eigenen Leib zu spüren, weil ich mich noch wie ein Kind begeistern kann. Die meisten Kinder bekommen ihre Begeisterung, von den Erwachsenen, die „bierernst“ sind, ausgetrieben, indem sie die Begeisterung schlecht reden. Man darf sich nicht für etwas begeistern, man bekommt es regelrecht“madig“ gemacht, indem der Erwachsene die Realität erklärt und meint, Begeisterung habe etwas mit Träumerei zu tun! Dann möchte ich jedem Erwachsenen zurufen:“ihr seid doch nur neidisch, dass ihr euch nicht mehr begeistern könnt!“

Begeisterungsfähige Erwachsene gibt es nicht sehr oft und wenn, dann hält man sie für realitätsfern und naiv! Ich erfahre das ständig selbst und das Schlimme ist, dass man versucht meine Begeisterung im Keim zu ersticken, weil man es mir mit der Negativität, die meine Mitmenschen an den Tag legen, „madig“ macht. Schon als Kind nahm man mir die Begeisterung und jetzt als Erwachsene, die sich diese Begeisterungsfähigkeit erhalten konnte, wird es ebenso immer wieder versucht.

Meine Mitmenschen tun mir sehr leid, weil sie sich nicht mehr begeistern können und so auch nicht mehr lernfähig sind. Sie sind nicht mehr offen für neue Erfahrungen, für Abenteuer und neue Erkenntnisse. Die meisten um mich herum, sind abgestumpfte Wesen, die schon ihren unsichtbaren Sarg mit sich herumschleppen und die zum Lachen in den Keller gehe . Ich lache aus vollem Hals und ich weine mir die Seele aus dem Leib, wenn mir danach zumute ist. Was nämlich mit der Begeisterungsfähigkeit einhergeht, ist die Fähigkeit Gefühle zu äußern und sie nicht in dem Maße unter Kontrolle zu halten, wie das die Menschen tun, die sich nicht mehr begeistern können. Es sind Menschen mit Masken, die zu jeder Situation, die passende Maske aus der „Schublade“ holen.

Ich bin authentisch, wie es eben auch Kinder sind. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich so bin und möchte mit keinem dieser „bierernsten“ Erwachsenen tauschen. Astrid Lindgren hat in ihren Geschichten, die Begeisterungsfähigkeit der Kinder sehr schön beschrieben und hier besonders bei der Figur „Pippi Langstrumpf“. Auch ich fühle mich manchmal wie Pippi Langstrumpf, den Kopf voller Ideen, die umgesetzt werden wollen, ganz egal, was andere dazu sagen. Ich finde das Leben immer noch so spannend wie ein Kind und entdecke ständig etwas Neues. Für mich ist das Leben auch wie ein Abenteuer, nur meinen meine Mitmenschen, dass ich mir diese Abenteuer nicht leisten kann. Es gibt nur einen Menschen in meinem Leben, der mich niemals meiner Begeisterung beraubte, der mir niemals meine Begeisterung für etwas „madig“ machte, sondern der mich in allem bis heute unterstützt, ohne mich oder das was ich vorhabe anzuzweifeln. Es ist mein bester Freund und ich liebe ihn dafür. Wir sind kein Paar mehr, aber er ist immer noch der wichtigste Mensch in meinem Leben. Er steht wie ein Fels hinter mir und es ist verdammt gut, so einen Felsen im Rücken zu haben, besonders dann, wenn die ganze Menschheit um mich herum, mir ständig die Haken aufzeigt, an denen sie sich aufhängen und sie meinen, das Haar in der Suppe sei der Weltuntergang. An Haken kann man seine Begeisterungen festmachen, damit sie nicht verloren gehen und mit dem Haar in der Suppe kann man spielen.

Meine Güte, meine Mitmenschen haben keine Phantasien mehr, sie sind nicht mehr kreativ. Alles nur noch funktionierende Roboter, ohne Freude am Leben. Ja, ich kann heute mein Leben wegwerfen wollen und morgen auf den höchsten Berg klettern, meine Gefühlswelten sind sehr facettenreich und lebendig, aber ich fühle wenigstens noch was! Die meisten sind doch schon halb tot.

Es gibg jede Menge Philosophen/innen, die dieses Fach studiert haben, aber die wahren Philosophen/innen sind die Kinder und jene begeisterungsfähigen Erwachsenen, die die Welt um sich herum als Lernfeld begreifen. Philosophen/innen wollen das Leben erfahren, sie sind neugierig und begeisterungsfähig! Das kann man nicht studieren und deshalb ist das Studienfach der Philosophie so überflüssig wie ein Kropf. Wenn ich mir die studierten Philosophen/innen heute so anschaue, sind das völlig „verkopfte“ Menschen die überhaupt nicht begeisterungsfähig sind. Die haben die Bezeichnung Philosoph/innen nicht verdient! Wie bei allen Studiengängen, sollen studierte Philosophen der Wirtschaft dienen und funktionieren. Wahre Philosophen, können das gar nicht.

Ich wünschte mehr Menschen würden zu ihrer Begeisterungsfähigkeit zurückkehren können um wieder wie Kinder zu sein! Psychologen haben mir einmal gesagt, dass die meisten Erwachsenen wieder lernen müssen, ihrem inneren Kind zu begegnen, ich habe mein inneres Kind nie verloren, was es nur noch selten gibt. Die Welt wäre wohl ein schönerer Ort, wenn sich alle wieder wie Kinder begeistern könnten!

©JuttaVelten