Hexenkraft

„Es muss Hexenkraft sein, die dich so unglaublich stark und weise macht.“ sagte er “ Ja, das ist die Hexenkraft, und sie ist überall. Sie ist in der Luft, im Wasser, in der Erde und sogar der Mond hat sie. Alles um dich herum ist magisch, alles ist mystisch und alles um dich herum erzählt Geschichten, du musst nur lauschen. Die Magie deiner Umgebung geht über auf dich, wenn du dafür empfänglich bist. Diese Hexenkraft, diese Magie ist ein unbeschreibliches Geschenk, an jene Frauen, die auf dem „Zaun sitzend“ in beide Welten (obwohl es mehr Welten gibt, aber diese befinden sich in verschiedenen Dimensionen) blicken kann. Es ist die Macht dieser Frauen, vor der sich die Männer schon immer fürchteten. Jene Frauen mögen keine Muskelkraft besitzen, aber sie besitzen Weisheit und das uralte Wissen der Erde. Diese Magie, die der Mann schon immer zu entzaubern versucht, ist stärker als jede Muskelkraft.

Tief in der Erde steckt die weibliche Energie, denn auch die Erde ist weiblich. Diese Energie spürt jede Frau, wenn sie sich mit der Erde verbindet. Diese Erdverbundenheit schenkt uns Frauen eine unwahrscheinliche Energiereserve und ein unerschöpfliches kreatives Potenzial. Nicht jede Frau ist Hexe, nicht jede Frau kann die Ganzheit erfassen, hinter die „Schleier“ blicken und zwischen den Welten wandern, aber jede Frau besitzt starke weibliche Kräfte. Für mich bedeutet es unbeschreiblich viel eine „Hagazussa“ und eine Frau zu sein! Mir geht es oft so, dass ich auf dem „Zaun sitze“ und mich über die Beschränktheit der Menschen nur wundern kann, die alles wissenschaftlich zu erklären suchen und doch immer wieder scheitern und die glauben zu wissen was die Realität ist. Als Hexe kenne ich Geheimnisse, die die Wissenschaft niemals erfahren wird. Um die Ganzheit zu erfassen, um holistisch denken zu können und zwischen den Welten hin und her gehen zu können, muss man hinter die „Schleier“ blicken. Schon immer konnte ich das, nur wurde es mir ausgeredet, man versuchte mich in Formen zu pressen, was mich immer wieder von meiner inneren Weisheit trennte. Zum Glück konnte ich mich immer aus den angepassten Formen befreien, zwar mit viel Energieverlust und des Öfteren war ich kurz vor dem Aufgeben. Es war so als würde ich nun verurteilt in der Folterkammer sitzen und auf die Folterknechte warten, die versuchen wollten mittels Folter mein Rückgrad zu brechen, aber ich doch immer wieder dieser Folterkammer entkommen konnte, ehe sie mich brechen konnten.

Ich fühle mich wieder mit meiner magischen Weiblichkeit so stark verbunden, dass ich jeden Tag vor Freude tanzen könnte. Erst jetzt, wo sich das Kinder gebären bei mir eingestellt hat, fühle ich die weibliche Magie, die kreative Kraft stärker als jemals zuvor. Ich habe mich wieder vollkommen mit der Erde und meiner inneren Weisheit verbunden und es ist, als könne ich sie sprechen hören – ich höre sie sprechen. Ich möchte hier in Zukunft noch mehr versuchen, was ich als Wandernde zwischen den Welten erfahre. Mein Projekt „das weibliche Prinzip“ stammt ebenso aus der anderen Welt, wie auch meine neue Idee das „AnamCara-Seelentheater“ Projekt. Es ist wirklich magisch, was ich erfahre. Auch werde ich aus der anderen Welt unterstützt und ermutigt, meine Wege unbeirrt zu gehen, auch wenn ich alleine diese Wege beschreiten muss.

Was gibt es Schöneres als eine Hexe zu sein? Hexe stammt vom althochdeutschen „Hagzissa“ oder „Hagazussa“ und bedeutet soviel wie die, die auf dem Zaun reitet (zwischen den Welten). Sie kann in beide Welten eintauchen, in beide Wirklichkeiten reisen. Sie ist also keine Unheilbringende, sondern im Gegenteil, da sie zwischen den Welten hin und her gehen kann, hat sie Einblicke, die den meisten Menschen verborgen bleiben. Wolf Dieter Storl: „Dieser Name wurde der Weisen Frau nicht gegeben, weil sie auf einem Zaunstecken durch die Lüfte schwirrt, wie einige Etymologen meinen, sondern weil sie in der Hecke sitzt, an der Schwelle zwischen der Natur und der Kultur, zwischen der Welt der Geister und jener der Menschen. Die Weise Frau, die es am bes­ten verstand, zwischen beiden Welten zu vermitteln, und deren Willen, Einsicht und geistige Reichweite am weitesten ging, könnte man durchaus – im ethnologischen Sinn – als Schamanin bezeichnen“

©Jutta Velten 

PS: Übrigens rauben Männer den Hagazussas die magischen Kräfte bzw. sie versuchen sie ihnen zu rauben. Also ich meine jetzt die Männer mit denen eine Hagazussa sich sexuell einlässt. Der Mann als Partner blockiert eh jedes kreative Potenzial in der Frau. Das ist die traurige Geschichte hinter dem ganzen Beziehungsthema. Deshalb hatte ich mir meist Männer gesucht, die am besten selten anwesend waren. Ich hätte niemals mein Potenzial so entfalten können, wenn ich mit einem Mann zusammengelebt hätte. Wenn es zu eng wird, muss ich ausbrechen. Deshalb werden die weisen Frauen in den Geschichten auch immer als Einzelgängerin dargestellt. Eine Hagazussa kann nicht gut auf dem“Zaun“ sitzen und in die beiden Welten eintauchen, wenn ständig ein Mann mit seiner Ratio und seinem dicken Ego vor hier her hüpft. 😉