Die unsanfte Landung aus der Phantasie in die Wirklichkeit

Es gibt Zeiten, da hat man Phantasien in seinem Kopf, aus denen man urplötzlich gerissen wird und man dann ziemlich unsanft auf dem Boden der Tatsachen landet – so wie aktuell bei mir mal wieder geschehen.

Ich weiß womit das zusammenhängt und trotzdem passiert es mir immer wieder, dass ich mich in Phantasien verliere, obwohl meine Intuition mich vorher ständig warnt, aber ich einfach nicht hören will. Umso unsanfter ist dann der freie Fall aus dem Traumland hinaus.

Es gibt Menschen, die ich anziehe, wie der Honig die Fliegen und die mir einfach nicht gut tun und die mich immer auf irgendeine Art missbrauchen. Meine Intuition schreit mich förmlich an, dass ich die Finger von den Narzissten lassen muss, aber das Muster, meine frühkindliche Programmierung ist so tief eingegraben, dass es mir auf der Stirn zu stehen scheint, dass Narzissten mit mir leichtes Spiel haben. Narzissten und alle Art von Menschen, die Freude dabei haben, hochsensible und empathische Menschen fertig zu machen. Es ist wie ein Déjà-vu, alles wiederholt sich und ich frage mich dann immer wieder, wann das endlich aufhört und ob es überhaupt jemals aufhört?

Empathen wirken anscheinend auf Narzissten anziehend und umgekehrt. Es gibt natürlich auch die Mischformen und so sind manche mal mehr und mal weniger stark narzisstisch. Ich bin vor ca 20 Jahren an einen Narzissten geraten, mit dem ich 5 Jahre meines Lebens verbracht habe und ich mich heute immer noch für diese verlorenen Jahre meines Lebens verurteile. Dieser Mann hat mich fünf Jahre lang psychisch so fertig gemacht und mich emotional missbraucht, dass ich mich frage warum habe ich mir das angetan. Dahinter steckt aber das gleiche Muster, das auch Frauen haben, die bei einem Mann bleiben der ihnen Gewalt antut. Es ist eben das Muster, das in uns eingegraben ist und das man einfach nicht los wird. Obwohl ich ihn in diesen 5 Jahren immer und immer wieder verlassen hatte und er es jedesmal wieder geschafft hatte mich „einzuwickeln“, konnte ich mich erst nach 5 Jahren von ihm lösen und das auch nur, weil ich zu dieser Zeit sehr stabil war. Heute ist das zum Glück anders, denn auch wenn es mir wie jetzt wieder passiert, dass mich ein Narzisst fertig macht, fliehe ich rechtzeitig. Diesmal war es aber keine „Liebes“- Beziehung, sondern es sollte eine Wohngemeinschaft mit einem Mann werden.

Ich war gerade beim Umziehen, als er mich schon völlig vereinnahmte, so als wäre ich seine Leibeigene. Er entschied einfach über meinen Kopf hinweg, er machte mir Vorhaltungen, wie ich lebe, hat ständig auf mir herumgehackt und mir dann noch einen Schrank, beim die Treppe hochtragen, in den Magen gerammt und auch einmal die Hand gegen mich erhoben obwohl er mich nicht berührte. Dieser Mann ähnelte dem Mann mit dem ich 5 Jahre meines Lebens vergeudet habe so sehr, dass ich wirklich an ein Déjà-vu dachte. Er war auch ständig dabei zu wiederholen, wie intelligent er doch sei und genau die gleichen Worte hatte dieser andere auch benutzt. Diese beiden Männer sind so arme Würstchen und so voll mit Minderwertigkeitsgefühlen und Aggressionen gegen sich selbst, dass sie andere psychisch und/oder körperlich quälen. Dieser besagte Mann ist auch aggressiv gegen Katzen, die er tritt und schlägt. Zu mir hat er mal gesagt, dass alle Menschen böse sind nur ich sei ein „Gutmensch“. Natürlich hat jeder Mensch eine gute und eine böse Seite, denn wir leben von und in Gegensätzen und nur wenn diese nicht im Gleichgewicht sind, sind wir krank, das gilt für die Psyche ebenso wie für die Physis. Als er von den bösen Menschen sprach, hat er von sich selbst gesprochen. Denn er ist durch und durch böse. Diese Erkenntnis wird ihn vermutlich erst auf dem Sterbebett ereilen und dann wird er jammern und klagen (schon viele habe ich so sterben sehen). Diese Boshaftigkeit taucht als Schatten auf, da er seine Aggressionen verdrängt. Übrigens müssen Narzissten ständig gegen ihre Minderwertigkeit ankämpfen und der eine beschaut sich dann ständig im Spiegel (das war bei dem mit den 5 Jahren so) und andere müssen ein riesen Poster von sich aufhängen (so bei dem jetzt gesehen) , damit sie sich ständig selbst bewundern können. Natürlich sind sie es auch, die andere als nicht „normal“ betrachten und die natürlich unbedingt behandelt werden müssen. In ihrer unglaublichen Arroganz bemerken sie nicht, dass sie es selbst sind, die dringend einer psychologischen Behandlung bedürfen.

Also wurde aus der 50 plus WG nichts, nämlich noch während dem Einziehen bin ich geflüchtet. Zuerst in ein Hotel und dann am nächsten Tag zur Polizei, die mich in einem Frauenhaus unterbringen konnten. Weitere Schritte werden eingeleitet, auf die ich hier im Moment nicht näher eingehen kann. Aber ich bin heilfroh, dass ich während des Umzugs bemerkt habe, zu welchem Mann ich da fast eingezogen wäre. Außerdem ist mir beim ersten Mal anschauen, nicht aufgefallen, wie schmutzig und versifft das Haus ist, Im Bad riecht es sehr unangenhem und gelüftet wird nie. Urgh! Schon der Gang ins Bad hat mich geekelt! Echt gruselig.

Mich hat das ganze so mitgenommen und so schockiert, dass ich am ganzen Leib zitterte und meine Zähne aufeinanderschlugen, als ich gestern mit Polizeischutz nochmal in das Haus musste, um ein paar wichtige Unterlagen zu holen. Und natürlich sagte er den Beamten, wie sehr ich psychologischer Hilfe bedarf. Der hat nicht bemerkt, welche Angst ich vor ihm hatte und was er für ein Mensch ist und es bestimmt nicht ich es bin, die hier psychologischer Hilfe bedarf (obwohl ich ja schon Jahre lang psychologische Hilfe in Anspruch nehme, alleine schon wegen meines Missbrauchs in der Kindheit), sondern er es ist. Das Schlimme bei mir ist, dass ich so offen bin und Menschen alles von mir anvertraue und gerade dann solche boshaften Menschen dieses Vertrauen missbrauchen und es gegen mich einsetzen. Das ist das Schäbigste, was man Menschen wie mir antun kann und in meinen Augen hochgradig kriminell. Das ist Psychoterror vom Feinsten, aber leider kaum strafbar. Meine Möbel und alles steht jetzt noch in diesem Haus und ich muss sehen, dass ich schnell nochmal eine Wohnung finde, denn ewig kann ich nicht im Frauenhaus bleiben.

Ich bin so dankbar, dass es Frauenhäuser gibt und dass ich hier ein Dach überm Kopf habe, wo ich sicher bin und wo Frauen sind, mit denen man reden kann und die auch alle den Fehler in seinem Verhalten erkennen und nicht bei mir. Ich bin mit Sicherheit nicht perfekt, aber ich würde niemals das Vertrauen eines Menschen so missbrauchen, einen anderen so verbal fertig machen geschweige denn ihm Gewalt antun. Dieser Mann empfindet null Empathie wobei er mir mal sagte, dass er nur jenen gegenüber empathisch sei, die er mag. So einen Schwachsinn habe ich noch nie gehört. Empathie macht kein Halt vor Menschen die man mag oder nicht. Empathen sind gegenüber jedem Leben mitfühlend, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze. Empathie kann man ebenso wie Liebe nicht einteilen. Dieser Mensch ist nicht empathisch und wird es auch nie sein.

Die Phantasie des Lebens auf einem kleinen Hof, musste nun leider der Wirklichkeit weichen. Aber vielleicht musste dieses Erlebnis sein, damit ich in Zukunft das mache, was meine Intuition mir mitteilt. Ich bin ja schließlich in der glücklichen Lage, diese Intution zu hören/spüren und könnte so leicht ihr folgen. Aber die Versuchung des Bauernhofes und der günstigen Miete, hat mich meine Intuition ignorieren lassen. Das hätte ich nicht tun dürfen! Denn sie zieht sich zurück, wenn man nicht auf sie hört, wie eine Schnecke in ihr Schneckenhaus.

©Jutta Velten

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