Partnersuche über das Internet

Singelbörsen im Internet boomen. Heute trifft man eher nicht mehr seinen Partner in der Welt, sondern über das Internet. Im Grunde mag die Idee nicht schlecht sein, besonders für jene, die nicht so die Kneipen-und Partygänger sind. Auch ich habe fast jeden Mann über das Internet kennengelernt. Dabei habe ich einiges gelernt, was ich hier gerne mit euch teilen möchte.

Auffällig ist, dass man sich hier anbietet, wie auf einem Markt Waren angeboten werden. Man sucht das schönste Foto aus und veröffentlicht es. Man soll Angaben über die körperliche Statur machen, über das Alter, über die Bildung etc. und man wird nach den Wünschen gefragt, wie man sich denn einen Partner vorstellt. Auch wenn man die Fragen alle ehrlich beantwortet, macht der/die LeserIn(Suchende) sich ein Bild von diesem Menschen, das fast nie der Realität entspricht, denn er/sie interpretiert das Gelesene so, wie er/sie es sich in seinen/ihren Träumen vorstellt. Man sieht ein Foto und wenn einem gefällt was man da sieht, dann legt man sich das was geschrieben steht so aus, dass es zu der eigenen Vorstellung passt.

Diese Partnersucheseiten dienen nur der Befriedigung einer Illusion. Selten findet jemand hier wirklich seinen Lebenspartner. Diese Seiten dienen meist nur einem schnellen sexuellen Abenteuer, wir machen uns selbst zum Objekt. Für Männer ist das eine günstige Art, ihre sexuellen Bedürfnisse schnell befriedigt zu bekommen, denn hier gibt es sehr bedürftige Frauen, die sich nach Liebe und Zuneigung verzehren und die auf jedes liebe Wort, auf Gedichte und Komplimente hereinfallen. Die meisten Männer wissen, wie sie Frauen bekommen können, sie wissen, dass sie nur die richtigen Worte sagen müssen und schon folgt sie ihnen. Fast jeder Mann, der sich hier eine Frau sucht, sucht nur Sex. Es ist doch wunderbar, wenn man sich hier eine Frau aussuchen kann, die man dann mit schönen Worten einfängt und sie solange benutzt, wie man sie braucht, um sie dann durch die Nächste einzutauschen. Viele Männer leben so auch ihren polygamischen Trieb aus, denn wenn es mit der Ehefrau zu langweilig wird, dann sucht man sich heute eher eine Frau im Internetmarkt aus und kann diese fast umsonst haben, als in ein Bordell zu gehen, wo die Huren, die was taugen, ziemlich viel für eine schnelle Nummer verlangen. Wie praktisch ist da doch der Internetmarkt, wo man Frauen nur mit Illusionen befriedigen muss, wenn man eine für sich gewinnen will. Das Foto und die Körpermaße reichen dem Mann meist schon, meiner Erfahrung nach, denn sie lesen meist nicht was man geschrieben hat, was ich immer an den Fragen am Telefon erkenne, um ein Date zu vereinbaren.

Natürlich gibt es auch Frauen, die nur auf ein sexuelles Abenteuer aus sind, das sind dann meist die Feministinnen, aber ich bin sicher, dass viele Frauen diesen Internetmarkt dafür nutzen, um ihre Sehnsüchte nach dem einen „Prinzen“ zu befriedigen. Die meisten Frauen verzehren sich nach einem Mann, einem Partner, der sie einfach nur liebt, der sie nicht als Sexobjekt sieht, sondern der sie als verletzliche Frau wahrnimmt. Wir sind fast alle zutiefst bedürftige Wesen, die als „Halbkreise“ durch die Welt wandeln und ihre Ergänzung suchen, weil sie die verloren haben bzw. sie diese nicht in der frühen Kindheit gestillt bekamen. Männer sind ebenso bedürftig, aber sie kompensieren diese Bedürftigkeit mit Sex und da sie das nie befriedigt, suchen sie sich ständig neue Sexpartnerinnen oder glauben sogar sie würden ihre Urbedürftigkeit mit gleichgeschlechtlichen Partnern erfüllen können. Frauen suchen meist den Mann, der für sie der beste Freund, der Bruder und der Vater ist um ihre Urbedürfnisse zu stillen. Ihnen geht es in erster Linie nicht so um die sexuelle Befriedigung, sondern um Respekt, um bedingungslose Liebe, um eine harmonische Beziehung etc. Auch Frauen suchen dann manchmal, wenn sie ihre Urbedürfnisse nicht von einem Mann gestillt bekommen nach einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und glauben in dieser würden sie ihre Bedürfnisse gestillt bekommen, was eine Illusion ist. Wenn zwei Menschen eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft eingehen, spielt immer ein Part den männlichen bzw. den weiblichen Teil, um unbewusst diese gegensätzlichen Energien zu imitieren.

Der Singel-Internetmarkt bedient so also Männer in ihrem Bedürfnis nach sexuellem Abenteuer und Frauen in ihren Illusionen nach „DEM“ Mann, der sie endlich wirklich liebt. Deshalb sind diese Märkte Gift für unser menschliches Miteinander und es zerstört immer mehr unsere zwischenmenschlichen Beziehungen.

Für Singel-Frauen ab 40 ist es besonders schwer einen Mann kennenzulernen und deshalb greifen viele auf diesen Markt zurück, aber der Preis dafür ist hoch, denn es bleiben immer nur gebrochene Herzen übrig. Es ist wahrscheinlicher den Jackpot zu knacken, als mit über 40 eine harmonische Beziehung zu führen. Ich komme auch immer wieder in die Versuchung mich erneut bei so einem Portal anzumelden, obwohl ich genau weiß, wie der Hase läuft, aber die Sehnsucht nach einem Mann ist manchmal zu stark. Ich habe kein Gelübde abgelegt, das mich zur Nonne werden lässt und habe natürlich auch meine Sehnsüchte, aber ich habe das Vertrauen in die Männer verloren und möchte mich nicht mehr als Objekt zur Verfügung stellen, die man benutzen kann und wenn man sie nicht mehr braucht, wie einen alten Schuh in die Ecke wirft.

©JuttaVelten