Ostermärsche

Leider habe ich heute den Ostermarsch verpasst auf den ich gehen wollte, obwohl ich hier ein ziemlich ambivalentes Verhältnis dazu habe, da ich in meiner Kindheit auf jeder Friedensdemo, jedem Ostermarsch war und feststellte, dass der Frieden in jedem selbst beginnt. Was nützt es denn, wenn man auf einen Marsch für den Frieden geht, aber mit dem Nachbarn im Clinch liegt? Ich kenne Friedensaktivisten, die zu Hause ständig Krieg machen. Ich wäre nur deshalb hingegangen um Präsenz zu zeigen, aber das ist ja ebenso die Intension der anderen Friedesaktivisten, klar. Und deshalb frage ich, ist es nicht der „Schatten“(C.G. Jung) in jedem von uns Friedensaktivisten, den wir werfen und der uns einholt. Die Kriegstreiber, lässt das ziemlich kalt, ob da hundert, tausend, zehntausend, hunderttausend Präsenz zeigen oder nicht. Wir fordern etwas von anderen, obwohl wir selbst (meist indirekt) daran beteiligt sind. Im Grunde ist es bei allen Demonstrationen so, denn immer zeigen wir mit dem Finger auf andere, die angeblich Schuld sind. Gäbe es keine Menschen die diese Kriegstreiber unterstützen, gäbe es keine Kriege. Ich denke wir sollten die Ursachen angehen und nicht wie immer die Symptome bekämpfen! Leider sind wir Symptombekämpfer und wundern uns dann, dass sich nichts ändert. Dass der kalte Krieg Ende der achtziger Jahre vorbei war, ist nicht den vielen Ostermärschen und Friedensdemos geschuldet, sondern einfach, weil die USA das so wollte. Heute will die USA eine Weltherrschaft und daran arbeiten sie und ziehen ihre Verbündeten mit in ihre Angelegenheiten hinein und wer kein Verbündeter ist, wird so lange bearbeitet, bis er nachgiebt. Dieses Spiel war schon zu den Zeiten der Könige und Ritter so und wird sich auch nicht ändern, wenn wir nicht endlich verstehen, dass wir selbst daran etwas ändern müssen. Natürlich beruhigen die Ostermärsche das Gewissen des Friedensaktivisten, aber er macht doch meist weiter wie zuvor.

Was können wir denn selbst tun?

Dazu müssen wir uns erst einmal die Fakten ansehen, um zu entscheiden in welchem Bereich wir aktiv werden wollen/können.

Die Fakten:
Von deutschem Boden aus starten Drohnen, die Menschen in anderen Teilen der Welt töten.

Deutschland beteiligt sich fianziell an Kriegen, indem sie Waffen und Kriegsgerät verkaufen und mit Spenden, jene Kriege, die von der NATO ausgelöst wurden, zu unterstützen. Wir zahlen Steuern für den Krieg.

Seit 2001 werden Kriege unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung geführt.

In der UN-Charta ist festgeschrieben, dass jeder Angriffskrieg verboten ist. Die USA tut seit dem zweiten Weltkrieg nichts anderes und seit 9/11 erst recht nicht.

Die Regierungen inszenieren „false flag“ Angriffe und präsentrieren sie über die Medien.

Wir führen Krieg gegen Tiere und die gesamte Natur.

Wir führen Krieg gegen uns selbst unseren Körper und unsere Seele.

Diese Fakten sind noch lange nicht alle, aber mit diesen können wir schon arbeiten. Fangen wir mal am Ende meiner Faktenliste an.

Den Krieg gegen uns selbst, können wir durch eine bewusste Lebensweise größtenteils eindämmen. Wenn wir wissen wie unser Körper funktioniert, wenn wir ihn studieren, wenn wir den Zusammenhang von Körper und Seele begreifen und daran arbeiten, dann haben wir unserem Körper und unserer Seele die Hand zum Frieden gereicht.

Die Natur leidet unter dem Menschen und hier können wir mit einem bewussteren Umgang mit ihr und allem Leben, ein friedlicheres Miteinander aufbauen. Wenn es nur kleine Schritte sind, aber es sind Schritte und das wird uns mehr Frieden bringen.

Nicht mehr wählen zu gehen, wäre eine Konsequenz, um Regierungen zu zeigen, dass wir nicht mit ihrem handeln einverstanden sind. Die Massenmedien nicht mehr konsumieren und die Großkonzerne so weit wie möglich boykottieren.

Jedem der es hören will oder auch nicht erklären, dass Angriffskriege verboten sind und hier ist es völlig egal unter welchem Vorwand ein Land ein anderes angreift. So ist es auch verboten mit den Angreifern gemeinsame Sache zu machen, wie wir Deutschen das tun.

Klärt andere auf, was es mit dem 11. September 2001 auf sich hat und empfehlt Literatur.

Mit dem Steuerboykott ist es natürlich schwer, außer jeder Bewohner in Deutschland würde mitmachen, oder zumindest der größte Teil. Da das aber leider nur eine Wunschvorstellung ist und wenn man nicht in den Knast wandern möchte, wird der Steuerboykott wohl nichts werden. Aber auch hier wäre Aufklärung wichtig, denn viele Deutsche, wissen gar nicht, dass sie Steuern für Kriege zahlen.

Ebenso ist es mit den Drohnen, die von deutschem Boden ausgehen. Das Einzige was man hier tun kann, ist ebenfalls die Aufklärung und ja evtl auch Demos vor allem von Ramstein aus.

Fazit:

Wir können also schon etwas tun, auch wenn es nur kleine Schritte sind.

©Jutta Velten