Empathie – Nein Danke?

Keine Ahnung, ob ich vielleicht falsch hier bin, aber mir fehlt Mitgefühl in diesem Land. Immer wieder habe ich mit Menschen zu tun, die nicht fähig sind Mitgefühl zu entwickeln, oder die Mitgefühl heucheln. Menschen die die Fähigkeit besitzen wirklich ehrlich empathisch zu sein, scheint es nur noch selten zu geben. Vielleicht empfinde ich das auch nur so, weil ich selbst so emptahisch bin?

Wer steht schon an einer roten Ampel als erster und denkt daran, dass man darauf achtet, bei grün (am besten schon bei gelb) zügig loszufahren, damit die hinten auch noch bei grün durchkommen?

Wer denkt schon daran, ein noch nicht abgelaufenes Parkticket, an jemanden der gerade einen Parkschein ziehen möchte weiter zu geben?

Welche Pflegekraft, denkt schon daran, einen frisch operierten Patienten, so mit dem Bett zu transportieren, dass man möglichst nicht oder nur wenig, an Türeingängen anstößt?

Wer denkt schon in einer Hausgemeinschaft daran, dass andere noch mit im Haus wohnen und andere Lebensgewohnheiten haben?

usw………

Ich weiß, ich entspreche nicht der Norm und deshalb kann ich trotz hohem Empathievermögen die Mehrheit meiner Mitmenschen nicht verstehen, denn bei unmenschlichem und rücksichtslosem Verhalten kann ich nicht mitfühlen. Rühmt sich der Mensch denn nicht, die Fähigkeit zu besitzen mitfühlend sein zu können? Wo ist dieses Empathievermögen bei der Masse geblieben? Oder gab es das vielleicht noch nie? Sind die Menschen in den letzten hundert Jahren gefühlloser geworden und wenn ja, warum?

Es gibt die Theorien, dass der Konsum von Schmerzmittel gefühllos und das nicht nur auf körperlicher Ebene macht und ich denke, dass da was dran ist. Schmerzmittel werden heute wie bunte Smarties eingeworfen, weil man glaubt funktionieren zu müssen und zu können. Aber sind es nur die Schmerzmittel, die meine Mitmenschen gefühllos machen? Nein, wahrscheinlich nicht. Es ist meiner Ansicht nach ein Cocktail aus Schmerzmitteln, allen möglichen anderen Drogen, Süchten und der Konsum der Mainstreammedien. Der Mensch der der Norm entspricht ist abgestumpft, gefühllos oder heuchelt bestenfalls Gefühle und eben auch Mitgefühl. Viele wissen ja gar nicht was Mitgefühl überhaupt ist, ähnlich wie die meisten nicht wissen was Liebe und Zivilcourage ist. Man spricht davon, man nimmt diese Worte ständig in den Mund und missbraucht sie, denn wenn man nicht weiß was sie bedeuten, sind sie geheuchelt.

Es gibt Menschen die bei Behörden, bei Versicherungen, in den Heimen und Krankenhäusern usw. angestellt sind und auf ihre Mintmenschen losgelassen werden, die besser mit Holz und Metall umgehen könnten, als mit Menschen. In unserer Gesellschaft werden Menschen nach ihren Abschlüssen und Noten beurteilt und das sogar, wenn man sie auf ihre Mitmenschen loslässt, anstatt sie auf ihr Empathievermögen, auf ihre Nächstenliebe und ihre Zivilcourage hin zu prüfen. Abschlüsse und Noten mögen bei Holz-und Metallarbeiten notwendig sein, aber nicht in Bereichen wo Menschen mit Menschen Umgang pflegen! Ich werde dieses System nie akzeptieren und mich macht das häufig so ohnmächtig, dass ich mich in mein „Schneckenhaus“ zurückziehe und von der Welt da draußen und meinen Mitmenschen nichts mehr wissen will. Ich komme in der egoistischen Welt, die sich um mich herum befindet nicht klar und das schon seit ich in diesem Leben bin. Anpassungstörung nennt man das in der Sprache der Psychologen und es wird als nicht „normal“ betrachtet, aber ich sage euch was, lieber bin ich nicht „normal“ als mit einem Herz aus Stein herumzulaufen und mich tagtäglich zu prostituieren, denn das ist es doch, was wir tun, tagtäglich tun sollen und die meisten auch tun! Prostituieren bedeutet laut Duden: sich in den Dienst eines niedrigen Zwecks stellen und sich dadurch herabwürdigen. Die Herkunft des Wortes Prostitution, lateinisch: prostituere „vorn hinstellen, bloßstellen“ lächerlich machen. Was glaubt ihr vor wem die Masse sich prostituiert, für wen sie sich herabwürdigt? Jene, für die sich die Masse lächerlich macht, sitzen an der Spitze der Pyramide und halten die Fäden in Händen, sie kontrollieren die Medien und die Wirtschaft und so auch alle die konsumieren, sie haben es sogar geschafft Männer (heute leider auch Frauen) zu Soldaten auszubilden, die bereit sind für etwas zu sterben, womit sie sich dann bereichern können usw . Wie ich schon des Öfteren schrieb, sind die nicht dunm und wissen ganz genau, wie man Menschen dazu bringt sich zu prostituiern und die dann noch davon überzeugt sind, dass sie das für ihr eigenes Leben tun und somit gern machen. Klar es gibt ja auch Geld dafür, ohne das wir ja angeblich nicht leben können (was ja auch durchaus stimmt, aber nur in diesem System, das sie erschaffen haben, denn Tiere und Pflanzen leben ohne Geld)

Empathische Menschen sind den „Strippenziehern“ im Weg und man versucht sie psychologisch weich zu kochen. Natürlich machen die das nicht selbst, sondern befehligen eine ganze Armee von Menschen, die sie überzeugen konnten sich zu prostituieren (was sie arbeiten nennen) und die Menschen wie mich als nicht „normal“ abstempeln. Man wird, wenn man nicht so funktioniert, wie die das gerne möchten, in die Enge getrieben und von allen Seiten fertig gemacht, damit man entweder freiwillig aus dem Leben scheidet, oder sich anpasst, andere Optionen gibt es nicht. Die meisten knicken ein und reden es dann schön, wenn sie ihr Rückgrat einbüßen mussten. Das kann man in der Geschichte der letzten 74 Jahre bei uns beobachten. Wie viele Menschen sind dabei schon drauf gegangen, weil sie an der „Kälte“, an der Unmenschlickeit die man ihnen entgegen brachte „erfroren“ sind und andere haben sich angepasst, aber die leben nicht, sondern funktionieren nur und wundern sich dann wenn sie krank werden. In solchen Zeiten der „Kälte“ haben Religionen, Drogen und andere spirituelle Praktiken massenhaft Zulauf, denn die „Wärme“, die der Gesellschaft abhanden kam, suchen sie in ihrem Glauben. Nur leider hilft der nicht. Warum ändert man denn nicht mal das System und schneidet den „Strippenziehern“ die Schnüre durch?

Auch vor den beiden Weltkriegen war Unmenschlichkeit und Gefühlkälte vorhanden („Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Hans Christain Andersen *https://vimeo.com/115640681 ) , nur durch die äußeren Bedingungen war es etwas anders als heute und die Schuld liegt an der Gier des Menschen nach Macht. Macht ist Geld und umgekehrt. Die Gier des Menschen/Mannes nach Macht, entstand zu der Zeit als der Mann sich aus der Ganzheit verabschiedet hat. Wenn man zwei Gegensätze die zusammengehören auseinanderreisst, entsteht Chaos und Leid. Das war der Ausstieg aus dem Paradies, was die christliche Religion ja gern an den Frauen festmacht. Die Trennung vom Ganzen, ist das Ego und dieses ist der Hauptaspekt des männlichen Prinzips und nur deshalb weiß ich, dass es der Mann war, der sich aus der Ganzheit löste. Im weiblichen Prinzip gibt es diese Trennung nicht, denn das wäre tödlich für ihre Nachkommen. Wir sind nun schon so viele tausende von Jahren getrennt und wenn nicht die großen Weltkriege gewesen wären, wo Menschen sich wieder an ihre Fähigkeit Mitgefühl zu empfinden erinnert hätten, wären alle Menschen mittlerweile zu ferngesteuerten Wesen geworden oder hätten sich vom Leben verabschiedet. Nun stehen wir eben erst jetzt an der Schwelle, um zum ferngesteuerten Roboter zu werden oder wir verabschieden uns aus diesem Leben. Manche werden todkrank, andere kaufen sich den Tod auf Raten und wieder andere sind konsequent und nehmen sich ihr Leben gleich, in der Hoffnung, nicht noch einmal in diese Dimension geschickt zu werden und alles wiederholen zu müssen.

Vor einigen Tagen war ich in einem Moormuseum und habe mir die Behausungen der ersten Moorbewohner angeschaut und obwohl ich weiß, dass diese Menschen damals teilweise verhungert sind, fühlte ich mich zu dieser Zeit hingezogen ( ich hatte aber auch schon eine Rückführung in ein früheres Leben und das spielte ungefähr zur gleichen Zeit nur in einem anderen Land) . Im Volksmund wird dieses Dorf das „Armendorf“ genannt, aber warum? An was waren sie denn arm? Sie hatten kein Geld und arbeiteten hart, um wenigstens etwas Geld von ihren Lehnsmännern zu bekommen, weil man ihnen eingeredt hatte, dass sie Geld bräuchten. Aber waren sie nicht reich an Liebe, Mitgefühl und an Menschlichkeit im allgemeinen? Gerade die sogenannten „Armen“ hatten genau das, was den Reichen und Herrschern von damals fehlte und was heute immer noch so ist – je mehr Reichtum einer besitzt, desto schlechter ist der Mensch. Der Mensch verhungerte erst ab dem Zeitpunkt, als er sesshaft wurde und als Religionen Menschen zu Herrschern machten. Zuvor wanderte er, wie die Tiere, von einer Wasser-und Nahrungsquelle zur nächsten. Armut ist ein Wort das sich immer auf Besitz von Geld, Gold oder andere Güter bezieht. Ich behaupte die meisten Menschen heute, sind arm und das nicht an ihrem Bakkonto oder ihren Besitztümern gemessen, sondern an ihren Gefühlen. In Afrika habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Menschen mit dem wenigsten Besitz, im Herzen, in ihrer Seele reicher waren, wie mancher Milliardär. Ich muss ehrlich sagen, lieber hätte ich nur noch eine einfache Lehmhütte mit einem Strohlager, dafür aber Mitmenschen mit Herzenswärme, Mitgefühl und wirklicher Liebe, als alles Geld der Welt.

Die Macht und die Gier ist es, die den Menschen egoistisch macht und das sind heute nicht nur die Männer sondern auch die Frauen. Aber liebe Frauen, es steht euch nicht gut zu Gesicht, egoistsich zu sein und nach Macht zu streben. Ihr seid Frauen, um die Menschlichkeit, die Liebe, das Mitgefühl, die Zivilcourage usw. am Leben zu erhalten, damit die Wärme wieder zu uns Menschen zurückkommt. Unsere Kinder, Alten, Kranken und außergewöhnlichen Menschen leiden an dieser „Kälte“ und das Leid wird immer größer unter den Menschen werden, wenn wir unsere weibliche Aufgaben nicht wahrnehmen und es den Männern gleichtun. Lasst die Männer ihre Macht und die Gier danach, aber wir Frauen müssen ganz dringend ein Gegengewicht dazu bilden, eh es zu spät ist (wenn es das jetzt nicht schon ist). Die Gabe des Mitgefühls hat man uns Frauen mitgegeben, weil es ohne Mitgefühl kein soziales Miteinander geben kann.

Erinnern wir uns doch an unsere Ahninnen, die sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, dass wir es nun den Männern gleich tun. Ich weiß nicht, ob man die Gabe der Empathie lernen kann, so wie man Vokabeln lernen kann, aber ich weiß, dass es unbedingt von Nöten ist, dass die Frauen sich an ihre Gaben und Talente erinnern. Lasst es wieder „wärmer“ unter den Menschen werden!

©Jutta Velten

Lehmhütte der Moorbewohner im achtzehnten Jahhundert