Normopathie* (H.J. Maaz)

*Der Begriff „Normopathie“wurde von dem Psychotherapeuten und Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz geprägt und zeigt sehr gut in welcher kranken Gesellschaft wir uns bewegen. Mein Lieblingszitat von Krishnamurti (siehe Startseite) handelt ja ebenfalls davon.

Wenn ich mich in dieser kranken Gesellschaft nicht anpassen will, werde ich durch die Kranken in der Gesellschaft dazu gezwungen bzw. man versucht mich zu zwingen. ©Jutta Velten

Diesen Satz habe ich heute morgen in einer Mail an meine Mutter geschrieben, die nämlich ständig meint, ich müsste gefälligst so funktionieren, wie es von mir verlangt wird und gleichzeitig fordert sie von mir meine Traumen zu heilen. In einer kranken Gesellschaft kann man nur heil werden, wenn man sich komplett oder wenigstens weitestgehend aus dieser zurückzieht, aber auch das soll ich nicht tun. Aber trotzdem mache ich das schon seit einigen Jahren, denn ab dem Zeitpunkt als ich begriffen habe, dass die Gesellschaft krank ist, war ich nicht mehr bereit mich von ihr maßreglen zu lassen. Außerdem zeigen sich bei mir physiologische Symptome, sobald ich in dieser kranken Gesellschaft funktionieren soll. Das war schon immer so bei mir, nur habe ich es erst in den letzten Jahren verstanden. Wenn mein Körper dann Symptome zeigt, versucht man ihn wieder funktionstüchtig zu machen, indem man mir die verschiedensten Therapien und Reha Maßnahmen empfiehlt und wo ich auch gewzungen werde diese zu tun, denn sonst wird mir mein Recht auf Leben entzogen, indem man zum Beispiel die Krankengeldzahlungen einstellt. Mein völlig gesunder Körper-Seele-Geist-Mechanismus wird also als krank eingestuft, weil er nicht in einer kranken Gesellschaft funktioniert . Das Recht auf Leben, wird einem in dieser Gesellschaft dann entzogen, wenn wir nicht das tun, was man uns sagt. Da auch die „Gesunden“ von irgendetwas leben müssen, sie irgendwo wohnen müssen und das Geld kostet und wenn man uns dieses entzieht, haben wir unser Leben verwirkt. In einer Leistungsgesellschaft haben wir nur dann ein Recht auf Leben, wenn wir Leistung erbringen.

Seit Hans Joachim Maaz, weiß mittlerweile auch die Öffentlichkeit, dass wir in einer normopathischen Gesellschaft leben und dass sie von besonders kranken Narzissten geleitet wird. Wer es bis jetzt noch nicht kapiert hat, dass wir in keiner Demokratie leben und dass wir alle unter mehr oder weniger psychischen Störungen leiden, der sollte das Buch „Das falsche Leben“ von H.J. Maaz lesen. Obwohl es auch noch jede Menge anderer Literatur gibt, die erklären, warum unsere Gesellschaft, denn so dermaßen erkrankt ist. Auch ich thematisiere das nun schon seit zehn Jahren zuerst über facebook und dann über meinen Blog und facebook, mittlerweile nur noch über den Blog (als mir immer mehr die kranken Strukturen auch von facebook bewusst wurden) und frage mich immer und immer wieder, wie es sein kann, dass die Mehrheit in unserer Gesellschaft nicht bemerkt, wie krank wir sind und dass hier unbedingt Heilung passieren muss, wenn wir eine Zukunft für unsere Kinder haben möchten. Natürlich weiß ich, dass die Masse überfordert ist, mit der Informationsflut, die sie sich aber selbst über Fernsehen, Zeitung, Internet und Handy zuführen, weil sie unbewusst Angst davor haben, nachdenken zu müssen. Außerdem sind ja alle so sehr beschäftigt mit Geld verdienen, um sich ihren Lebensstandart leisten zu können, dass sie überhaupt keine Zeit haben, sich noch mit anderen Dingen, als mit den Zusammenhängen zwischen Psychologie, amerikanischem Imperium, den Kriegen und woher sie eigentlich kommen usw. auseinanderzusetzen. Wenn ich meine Kinder höre, die mir ständig sagen, dass sie keine Zeit haben, weil sie so viel arbeiten müssen, dann wird mir ganz schlecht, wenn ich an die Zukunft denke.

Die Rückkehr zum weiblichen Prinzip, das ich so vehement vertrete, ist natürlich das Anfangsglied der Kette, denn sobald Mütter ihren Kindern mindestens die ersten drei Jahre ihre Urbedürfnisse erfüllen, sind die Voraussetzungen erfüllt, ein psychisch gesundes Leben führen zu können. Wenn Frauen verstehen, dass sie sich nicht dem Mann anpassen müssen und schon gar nicht seiner erschaffenen Welt, sondern dass sie die Fundamente bilden auf denen eine gesunde Gesellschaft aufbaut, dann kann sich eine Gesellschaft entwickeln, die eine Zukunft hat. Natürlich folgen in dieser Kette noch viele Glieder, die alle wichtig sind, wie zum Beispiel eine Souverenität der Bürger, das bedingungslose Grundeinkommen usw. Die Machtstrukturen und die Hierarchien müssen abgeschafft werden, der Mensch muss sich wieder als ein Rädchen in der Natur erkennen und nicht über ihr stehen, es muss begriffen werden, dass wir auf einem großen Organismus, den wir Erde nennen, leben und dass wir alle kleine Zellen dieses Organismusses sind, die ihre Aufgaben haben und diesen nachkommen müssen. Wir müssen begreifen, dass wir eins sind, eine Ganzheit und dass die natürlichen Abläufe nur dann funktionieren, wenn sie miteinander arbeiten und nicht gegeneinander.

Ich würde jetzt am liebsten jeder Frau und jedem Mann raten, die/der das nun begriffen hat, eine Möglichkeit zu suchen, sich aus dem System auszuklinken und wenn es nur die Krankschreibung ist. Meldet euch psychisch krank (das sind wir ja schließlich alle) und geht in Therapien, bezieht Krankengeld so lange es geht und arbeitet an euch. Das System bricht zusammen, wenn keiner mehr arbeiten geht und alle Krankengeld wollen. Was glaubt ihr was passieren würde? Vielleicht wären wir dann soweit, dass sie uns aus den Häusern zerren und uns an die Wand stellen und erschießen, denn das Recht auf Leben haben wir dann ja verwirkt. Wir bringen keine Leistung mehr, also sind wir überflüssig. Ich muss ehrlich sagen, ich traue das unserer Regierung wirklich zu. Leider werde ich nie erfahren, was dabei heraus kommt, wenn sich die arbeitenden Deutschen krankmelden, weil sie es nicht tun werden. Die meisten sind süchtig nach Konsum und gehen trotzdem immer weiter arbeiten, auch wenn man ihnen sagt, dass der Rüstungsetat jährlich von 40 Milliarden auf 80 Milliarden angehoben wird und sie das alles mit ihren Steuern zahlen. Jeder der bei uns Steuern zahlt, finanziert die Kriege auf dieser Welt mit und ist daran beteiligt, dass Menschen durch Kriege sterben. Im Grunde müsste jetzt alleine schon deshalb jeder sagen, dass er das nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann und seine Arbeit niederlegen!

Ja, auch ich werde wahrscheinlich wieder irgendwann arbeiten gehen, aber bis es soweit ist und ich den Beruf ausüben kann der mich „ruft“, zahle ich keine Steuern (außer beim Einkauf). Ich bin noch am überlegen, wie ich es anstellen kann, mir meinen Unterhalt zu verdienen und dabei keine Kriegssteuer bezahlen zu müssen? Denkt doch einmal mit mir darüber nach, wie wir diese Steuer umgehen können. Ich bin nicht unbedingt gegen Steuern, wenn sie sozialen Zwecken dienen.

©Jutta Velten

„Das Schlimmste kommt noch“