Die Frau am Meer

Ihre langen roten Haare wehen im Wind

sie merkt nicht wie die Zeit verrinnt

Sie blickt über das weite Meer

das Herz ist ihr so schwer.

Sie hört die Wellen rauschen

wie sie sich aufbauschen

sie schmeckt des Meeres Salz

sie spürt es auch im Hals

Sie wird wohl ihr Leben alleine fristen,

so wie auch andere Solisten

Sie spielt ihr eigenes trauriges Lied

und ist ihres Glückes eigener Schmied.

Sie fühlt sich wie die kleine Meerjungfrau

die sehnsüchtig blickt über des Meeresgrau

und irgendwo ihren Liebsten wähnt

und sich im Stillen so sehr grämt.

Sie weiß es bedarf mancher Hexenkunst

zu gewinnen des Liebsten Gunst

Sie gibt aus Liebe ihre Stimme her

und endet dann doch als Schaum im Meer.

Auch sie, die jetzt am Meere steht

und voller Sehnsucht fast vergeht

hat einst ebenso ihre Liebe gegeben

und was bleibt ihr nun vom Leben?

Sie hat Vertrauen investiert

und wurde einfach abserviert,

so als würde zu lieben nichts bedeuten

und man kann sie einfach so ausbeuten.

Die Sehnsucht bleibt bestehen

ein Mensch könnte sie verstehen.

Doch auch ihr Liebestraum

wird irgendwann zu Meeresschaum.

©Jutta Velten