Was tun…?

Was macht man, wenn man die schlechten Energien seiner Mitmenschen fühlt und das sogar in der eigenen Wohnung? Leider kann ich mir keine Hütte irgendwo abseits kaufen, da ich schlicht nicht die finanziellen Mittel habe, obwohl ich mich durchaus mit einer einfachen Hütte zufrieden geben würde, wenn ich nur nicht mehr so viel in der Nähe von Menschen sein müsste. In meiner letzten Wohnung habe ich die schlechten Energien immer dann gespürt, wenn Feriengäste in den anderen Wohnungen des Hauses anwesend waren, ansonsten hatte ich das Haus für mich alleine und da ging es mir immer besser. Jetzt lebe ich in einem Haus, wo dauerhaft andere wohnen und fühle mich immer dann gut, wenn die nicht zu Hause sind. Bei Anwesenheit Anderer im Haus habe ich immer so ein beklemmendes Gefühl, als würde mir jemand die Luft zum atmen nehmen. Dieses Gefühl habe ich auch, wenn ich draußen zum Beispiel beim Einkaufen auf andere Menschen treffe.

Ich war schon immer sehr sensibel aber früher konnte ich diese Gefühle nicht einordnen und habe sie versucht zu unterdrücken, heute weiß ich, dass es mit anderen Menschen zu tun hat. Es ist auch oft so, dass ich zum Beispiel gerne irgendwo mitmachen möchte, wie bei einem Chor, da ich sehr gern singe, aber ich kann nicht, weil es mir dabei nicht gut geht. Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich alleine(mit meinem Kater) bin, obwohl ich ein sehr geselliger Mensch bin, aber nur, wenn ich mit den anderen wohl fühle, wenn der Energieaustausch nicht belastend für mich ist, was nicht oft der Fall ist. Auch die ganzen Übungen, die einem Menschen, die die Erfahrung nicht kennen, zukommen lassen, helfen nichts. Ich glaube auch nicht, dass man sich von schlechten Energien abschotten kann. Man versucht es und die meisten versuchen es über Suchtmittel. Ich habe das auch jahrelang versucht, mit mäßigem Erfolg, aber seit ich mich von meinen Suchtmitteln getrennt habe, ist es ziemlich schlimm, mit dem Energien fühlen. Manchmal kommt dann die Esssucht zurück und ich fange an zu essen, um nichts fühlen zu müssen, aber die meiste Zeit habe ich diese Sucht gut im Griff. Wenn man sich über Suchtmittel zu betäuben versucht, geht es einem nicht unbedingt besser, aber man stumpft mit der Zeit ab und deckelt mit der Sucht alles was man fühlt und vor allem belügt man sich ständig selbst, was der eigenen Seele nicht gut bekommt. Die meisten Menschen sind sogar mehrfach süchtig und tauschen oft Süchte gegen neue aus und meinen dann sie hätten sich von der Sucht befreit. Wenn man aufhört sich selbst zu belügen, funktioniert das nicht mehr, man ist einfach „wach“ und nicht mehr „bewusstlos“ wie es die Süchtigen sind.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch so sensibel ist, dass er die Energien der anderen fühlen kann, aber dass sie sich durch die verschiedensten Süchte dagegen abschotten und so auch zu „Energievampiren“ werden. Besonders bei Neugeborenen bemerkt man wie sensibel sie sind, aber die dummen Eltern stopfen dem weinenden Säugling einen Schnuller in den Mund, wenn er nur zu erklären versucht, dass er das Mitnehmen zum Einkaufen nicht haben kann. Mir kommen jedesmal die Tränen, wenn ich so einen armen Säugling sehe, weil ich genau weiß, wie er sich fühlt. Es ist die reinste Folter und ich würde die Eltern am liebsten schütteln, weil sie so hohl sind. Ich bin mit meinen Kindern die ersten 6 Wochen überhaupt nirgendwo gewesen, außer in der Natur und immer an meinem Körper und nicht in einem Kinderwagen und auch nicht in einem „Maxi Cosi“. Die Säuglinge, die zum Einkaufen mitgezerrt werden sitzen in ihrem Kindersitz und sind so auch noch völlig ungeschützt!

Süchte rauben jede Menge Energie, das bemerkt man aber erst dann, wenn man sich davon befreit hat. Leider gibt es so viele Süchte, wie es Menschen auf der Welt gibt und die meisten wissen nicht, dass sie süchtig sind. Jene die mir schlaue Tipps geben, wie ich mich vor den schlechten Energien unserer Mitmenschen schützen kann, sind selbst Süchtige. Die können das natürlich mit ihrer Sucht. Klar, ich könnte mir noch eine Sucht zulegen, aber das möchte ich nicht, denn wenn ich einen Fressanfall hatte, dann bemerke ich, wie schlecht ich mich fühle und das kann keine Option sein, außerdem möchte ich meinen „Wachzustand“ nicht mehr gegen die „Bewusstlosigkeit“ der Masse eintauschen. Also was tun? Es bleibt mir wohl nur der Rückzug und das ausharren und mich schlecht fühlen, wenn meine Nachbarn wieder zu Hause sind, oder ich kann irgendwann doch meinen Traum erfüllen, mir ein Stück Land an einem einsamen Platz in Island oder den schottischen Highlands erwerben und mich dort in die Einsamkeit zurückziehen, oder mir einen Campingbus kaufen, mit dem ich immer dorthin fahren könnte, wo ich meine Ruhe hätte.

©Jutta Velten