Die Geburtsrechte von uns Frauen

…ich kann es nicht begreifen, dass Frauen sich das seit Jahrhunderten gefallen lassen!

Wie kann man sich als Frau nur so dem männlichen Prinzip unterwerfen und sich bis heute demütigen lassen? Wo sind die Frauen, die ihre Würde noch nicht begraben haben und die endlich bereit sind, ihre Geburtsrechte zurück zu verlangen!

Falls es jemand nicht weiß, was die weiblichen Geburtsrechte sind:

Die Geburtsrechte der Frau sind aus dem weiblichen Prinzip abgeleitet und treffen auch nur auf Frauen zu, die ihren Ursprung kennen und ihn leben.

Das Geburtsrecht der Heil – und Kräuterkundigen wurde durch den Mann zum Mediziner/Arzt und Pharmakologen und zu Studienfächern. Frauen waren schon immer jene die das Wissen über die Anatomie und das über die Kräuterheilkunde besaßen. Sie waren von jeher die Ratgeberinnen, Pflegerinnnen, Heilkundigen, Hebammen, die ihr Wissen von der Mutter zur Tochter weitergaben. Die letzten weisen Frauen, die sich weigerten einer Religion beizutreten, bewahrten ihr Wissen bis sie mit ihm auf den Scheiterhaufen verbrannt wurden. Zuvor versuchte man ihnen aber noch ihre Erkenntnisse und ihr Wissen abzupressen. Seit Männer den Beruf des Arztes/Mediziners erfanden, geht es nicht mehr um den Menschen, sondern alleine darum, die Gier des Mannes zu befriedigen. Er machte aus dem uralten praktischen Wissen der Frauen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde, theoretische Berufe, wie Arzt, Pharmakologe etc. die man studieren musste und erfand Ausbildungsberufe wie Krankenschwester und Hebamme die man vor allem für Frauen vorgesehen hatte, obwohl das auch ohne Ausbildung schon immer, neben der Heil-und Pflanzenkunde, die weiblichen Aufgaben waren.

Frauen waren schon von jeher Lehrerinnen und Begleiterinnen, ihrer Kinder. Sie erklärten ihnen die Welt, sie erfanden Fabeln und Märchen, um vieles was die Kinder wissen sollten in Geschichten auszudrücken. Sie lehrten die Kinder den Umgang mit der Natur und mit anderen Lebewesen. Sie waren die ersten Pädagogen, bevor der Mann die natürliche Aufgabe der Lehrenden und der Begleiterin, in Worte wie Erziehung und Pädagogik kleidete und daraus Ausbildungsberufe machte, die nichts mehr damit zu tun haben, Kinder etwas mit Liebe zu lehren und sie zu begleiten. Der Erzieher zieht und zerrt an dem Kind, presst es in Formen und zerstört so die natürliche Fähigkeit der Begeisterung, der Neugierde, das Hinterfragen und die Kreativität. Niemals musste eine Frau theoretisch belehrt werden, wie sie mit ihren Kindern umzugehen hat und wie sie ihnen die Welt erklärte. Dies ist ebenso eine natürliche Fähigkeit der Frau, wie die der Heilkunst.

Sie waren die Philosophinnen, bevor Männer die natürliche Begeisterungsfähigkeit, die Neugierde, das Hinterfragen, das nicht anpassen an bestehende Systeme etc. zu dem Begriff Philosophie (600 vor Christus) zusammenfassten und sie dann ausschließlich Männern zu schrieben. Die Philosophie wurde zum Studienfach, wo Menschen lernen sollen, wie man begeisterungsfähig, neugierig und wie man hinterfragt statt blind zu glauben, dabei kann das nicht gelehrt werden, es sind die natürlichen Eigenschaften der Frauen (bevor sie sich emanzipierten) und Kinder. Die Philosophie ist ein rein weibliches Feld und kann nicht studiert werden. Als Philosophin passt man sich nicht an, man unterwirft sich keiner Hierarchie, man ist wach und lässt sich nicht manipulieren.

Frauen waren schon immer jene, die eine Gemeinschaft zusammenhielten und die das praktische Wissen über die sozialen Aspekte einer Gemeinschaft hatten. Der Mann erschuf daraus die Soziologie und lehrt theoretisch, was nur aus Erfahrungen erfahren werden kann. Wie eine Gemeinschaft funktioniert, wie sie strukturiert ist, wie sich Menschen in einer Gemeinschaft verhalten, wie, wenn sie ausgeschlossen werden, wie man eine Gemeinschaft zusammenhält etc. Dieses Wissen ist ebenso alt wie der Mensch selbst und kann theoretisch nicht erfasst werden. Die Soziologie hat den Zusammenhalt der Gemeinschaften zerstört, da es nur noch theoretisch angewandt wird. Frauen mit ihrem Wissen und ihren uralten Erfahrungen, wie eine Gemeinschaft funktioniert, sind das Fundament dieser. Da sich heute kaum mehr eine Frau daran erinnert, weil sie sich auch nicht mehr an ihr Prinzip erinnert, zerbrechen die sozialen Strukturen unserer Gesellschaft mehr und mehr.

Das Wissen um den Menschen selbst, ist ebenso ein weibliches Geburtsrecht, denn die Frau weiß von Anfang an, wie der Mensch mit der Natur verknüpft ist. Sie ist durch ihren Ursprung fähig holistisch zu denken und muss daher nicht lernen, welche Beziehung der Mensch zur Natur hat und wie alles miteinander verknüpft ist. Der Mann hat daraus das Studienfach der Anthropologie erfunden, indem er den Menschen der verschiedenen Kulturen erforscht und wie er sich verhält. Frauen respektieren jeden Menschen aus anderen Kulturen und da sie sich als Einheit begreifen, sind sie zwar neugierig etwas über die anderen zu erfahren, aber praktisch und keinesfalls theoretisch.

Die Seelenpflege ist ebenso ein weibliches Geburtsrecht, was holistisch gesehen mit allen zuvor genannten Geburtsrechten zusammenspielt. Wenn Menschen nicht ihren Ursprung leben kommen sie in seelische Not, was sich irgendwann auf ihr körperliches Wohlbefinden, ihr Verhalten in einer Gemeinschaft und auch auf ihr denken und fühlen auswirkt. Menschen die man zu etwas zwingt, die man manipuliert, die ein falsches Weltbild leben, die sich nicht mehr begeistern können, denen man ihre Kreativität nimmt, sie in Formen presst usw., werden psychisch krank. Der Mann hat daraus die Studienfächer der Psychiatrie und der Psychotherapie kreiert, da er nicht ganzheitlich denken kann, aber feststellt, wie die Menschen von Jahrhundert zu Jahrhundert immer mehr seelisch leiden und sie dadurch nicht mehr so funktionieren, wie man das gerne hätte. Also werden die Symptome bekämpft und zerstört somit mehr und mehr die Seele jedes einzelnen Menschen. Frauen erkennen die Ursache und wissen, dass nur durch die Heilung der Ursache, der Mensch im Ganzen heilt.

Alle die oben genannten Geburtsrechte fließen natürlich ineinander (wobei ich das nur im Letzten beschrieben habe). Das weibliche Prinzip mit seinem ganzheitlichen Wissen, muss unbedingt wieder den Frauen nahe gebracht werden, die über viele Generationen hinweg vergessen haben, was ihr Ursprung ist und welche Aufgaben sie haben. Es wird Zeit, dass wir uns unsere Geburtsrechte zurückerobern, wobei die Männer ja ruhig ihre Studienfächer weiter betreiben können, aber wir Frauen sollten unser natürliches Wissen wieder an die nächsten Generationen weiter geben und praktisch lehren, was der Mann seinen Studenten theoretisch zu vermitteln sucht.

©Jutta Velten