Veränderung/Entwicklung der Frau

Leider mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Menschen sich nicht verändern bzw.sich selbst entwickeln wollen. Im außen soll sich alles entwickeln und da kann es nicht schnell genug gehen, was typisch ist für das männliche Prinzip, aber hier fehlen eben die Frauen, die sich selbst entwickeln. Da die meisten Frauen ja leider nicht ihr Prinzip leben ist das ihnen eigene Urattribut des selbst reifens und entwickelns abhanden gekommen. So entwickeln die Damen sich selbst nicht mehr, sondern schließen sich stattdessen in der Zeit der Reifung und Entwicklung, irgendwelchen Glaubensrichtungen oder Gruppen an und/oder verdrängen ihren natürlichen inneren Ruf ihrer Seele mit Suchtmitteln. . Ich hatte das schon einmal thematisiert, aber da ich immer wieder solchen Frauen begegne, die überhaupt nicht in die Entwicklung und Reifung gehen, muss ich das nochmal ansprechen.

Um sich weiterentwickeln zu können, muss erst einmal die Panzerung aufgeweicht werden und sie muss weiblich weich werden. Hier kommt das angeeignete Ego aus dem männlichen Prinzip dazwischen, das ständig sagt, bleib wie du bist, verpanzere dich noch mehr, so dass du deine Seele überhaupt nicht spürst und nicht mehr in der Lage bist ihre leise Stimme zu hören. Ganz viele Frauen driften dann in die Esoterik ab und glauben hier das zu finden, das sie nicht in sich, sondern außerhalb von sich suchen. Esoterik kommt aus dem griechischen und bedeutet, innerlich, dem inneren Bereich zugehörig im Gegensatz dazu bedeutet die Exoterik nach außen gewandt, dem äußeren Bereich zugehörig. Männer und seit vielen Generationen nun auch Frauen, gehören der Exoterik an und Weiber natürlicherweise der Esoterik. Leider ist die Esoterik, die wir kennen, von der Exoterik komplett unterlaufen und deshalb ist die Esoterik zu einer Befriedigung für das Ego geworden. Die ursprüngliche Esoterik ist nur aufgesetzt, eine Illusion, denen meist Frauen nachlaufen, die noch nicht begriffen haben, was die Esoterik im eigentlichen Sinne bedeutet. Logisch können diese Frauen das nicht, da sie ihr Prinzip nicht kennen und es nicht leben. Ich bin deshalb wenig begeistert, wenn mich jemand in die esoterische Schublade stecken möchte, da ich nicht mit der Ego-Esoterik mitmische. Es gibt durchaus Bereiche, die für mich stimmen, aber das gibt es in vielen Richtungen. Ich vertrete nur das, was nicht vom Ego gefüttert wird.

Frauen die nichts hinterfragen und alles so glauben und annehmen, weil es gerade „in“ ist, verlieren sich selbst und finden nie zu ihrem Ursprung zurück. Es ist die Ersatzbefriedigung für eine tiefe Sehnsucht, die aus der Seele kommt und diesen Ersatz finden sie bei der Esoterik, den Religionen, der Sucht, eben in allem was aus dem Ego kommt. Veränderung und Entwicklung kommt einer Geburt gleich und wird auch wellenartig und verschieden stark empfunden, dauern aber länger, wie die eigentliche Geburt, es kommt immer darauf an, wie viel und was die sich entwickelnde (gebärende) Frau in ihrem Leben durchgemacht hat und wie viel sie noch mit Sucht deckelt. Die Phase der Entwicklung/der Geburt, beginnt meist in der Prämenopause und setzt sich über den Eintritt in die Menopause fort. 10 Jahre und mehr kann so eine Entwicklung/Reifung/Geburt dauern und leider ist das für die moderne Frau, die ja wie der Mann, die äußere Entwicklung anstrebt zu lange. Außerdem wollen sie die Schmerzen nicht fühlen und verdrängen sie, meist mit Suchtmitteln. Das wurde uns Frauen die letzten 200 Jahre so beigebracht, dass wir Schmerzen zu unterdrücken haben.

Ich gehe jetzt schon seit über zehn Jahre durch meine Reifung/Entwicklung/Geburt und das ist auch richtig so. Ich habe Phasen, da konnte ich noch, wie verlangt funktionieren (obwohl meist nur sehr kurz) und dann gibt es Phasen, da kommen die verschiedenen Verletzungen an die Oberfläche, so wie seit Mai 2018 mich der sexuelle Missbrauch in meiner Kindheit sehr quält. Obwohl ich schon seit 23 Jahren immer wieder Therapien machte, ist das Thema noch nicht abgeschlossen und ich vermute durch die hormonelle Umstellung, kommt es deshalb nun mit aller Macht an die Oberfläche, da ich eben auch nichts mehr verdränge. Meine Umgebung reagiert mit Nichtverständnis, Wut und Hilflosigkeit, wenn ich weine und völlig fertig bin. Keiner begreift, dass dies ein Prozess ist, der meiner Reifung dient und durchschritten werden muss. Ich denke da selbst oft nicht dran und gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe wird es mir wieder sehr bewusst, dass dieser Prozess gerade meiner Entwicklung dient.

Diese Entwicklung/Reifung/Geburt wünsche ich den Frauen, die wenigstens schon mal bemerken, dass sie einen Panzer besitzen, den sie aufweichen müssen, um an ihre Verletzungen zu kommen. Ich wünsche jenen Frauen, die mit Suchtmitteln ihren Schmerz und ihre Gefühle deckeln, dass sie erkennen, dass sie so niemals reifen und sie einen hohen Preis in diesem oder im nächsten Leben dafür zu zahlen haben. Ich wünsche jenen Frauen, die sich mit den Massenmedien und irgendwelchen Gruppenaktivitäten von ihrer Entwicklung abhalten, dass sie die Erkenntnis erlangen, dass sie nur weise werden, wenn sie durch ihre tiefen Verletzungen gehen. Die Menopause ist dazu gedacht, dass Frauen sich zu erfahrenen Weisen entwickeln, die ihren nachkommen Antworten bieten. Bei den Naturvölkern ist das ganz normal, nur bei uns gibt es so gut wie keine weisen Frauen mehr. Die alten Frauen heute, beschäftigen sich mit den Königshäusern und den Prominenten dieser Gesellschaft, sie besuchen Kaffeefahrten, laufen in die Kirche und auf den Friedhof , sie leben in der Vergangenheit, die sie nicht aufgearbeitet haben und/ oder mähen exzessiv ihren Rasen und zupfen das „Unkraut“ das sich in ihren hygienischen Gärten breit macht. Frauen die nicht reifen, werden nach ihrem Tod solange wieder und wieder in immer ähnliche Muster geboren, bis sie begriffen haben, dass sie die Erfahrung der Reifung durchmachen müssen. Jede Seele inkarniert in einem neuen Körper, um zu lernen, das erzählen uns auch die Naturvölker, die noch Zugang zu diesem Seelenwissen besitzen.

Wir haben die Wahl und ich bin heute sogar dankbar, dass ich gerade durch die „Hölle“ des sexuellen Missbrauchs in meiner Kindheit gehen kann, auch wenn es mich sehr viele Tränen kostet.

©Jutta Velten